Konzept mit Vorbildcharakter : Neumünster gewinnt bei der Energie-Olympiade des Landes

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Julia Schirrmacher arbeitet in der Abteilung Klima und Umweltqualität an der Klimaneutralität der Stadt
Julia Schirrmacher arbeitet in der Abteilung Klima und Umweltqualität an der Klimaneutralität der Stadt

Mit einer Richtlinie zur nachhaltigen Beschaffung und Vergabe sowie der damit einhergehenden Umstellung auf Recyclingpapier konnte die Stadt die Jury überzeugen. Das Konzept wird bundesweit nachgefragt.

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17. Juni 2021, 19:37 Uhr

Neumünster | Bereits zum zehnten Mal verleiht die Gesellschaft für Energie und Klimaschutz GmbH (EKSH) bei der „Energie-Olympiade” Preise an Kommunen in Schleswig-Holstein. Diese wurden in den Disziplinen Energieprojekt, Themenpreis, Energiekonzept und Energieheld vergeben. Zusammen mit dem Ministerium für Energie, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung wurden Preisgelder in Höhe von 97.000 Euro ausgezahlt. Neumünster ist Sieger in der Kategorie „Organisatorische Verhaltensmaßnahme“ in der Disziplin Energieprojekt und darf sich über 10.000 Euro Preisgeld freuen. Durch die Erstellung einer Richtlinie zur nachhaltigen Beschaffung und Vergabe und der damit einhergehenden Umstellung auf Recyclingpapier konnten 3,5 Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart werden.

„Nachhaltigkeitsbrille“ aufgesetzt

„Der Stein kam ins Rollen, als vor zwei Jahren durch die Gesetzesnovellierung auf Landesebene die Nachhaltigkeit bei der Beschaffung und Vergabe von einem Soll- zu einem Kann-Kriterium degradiert wurde“, erzählt Thomas Rothmund, Klimaschutzmanager der Stadt. Daher habe man eine eigene engagierte Richtlinie zur Beschaffung und Vergabe erstellt und dabei bewusst auf externe Berater verzichtet, da die dafür nötige Kompetenz im eigenen Haus existierte.

In der Abteilung Klima und Umweltqualität des Fachdienstes Umwelt und Bauaufsicht sind seither Julia Schirrmacher (Abteilungsleitung), Thomas Rothmund (Klimaschutzmanagement) und Sabine Hansen (Klimaanpassung und Umweltqualität) tätig. Sie setzen die, wie sie es nennen, „Nachhaltigkeitsbrille” auf und prüfen Bereiche wie Bürobedarf, Möbel, elektrische Geräte sowie Catering, Energie und Fahrzeugbeschaffung. nach Kriterien für Nachhaltigkeit sind Energieeffizienz- und Lebenszykluskosten sowie Umweltschutz.

Stadt stellt Richtlinie zur Verfügung

Die Richtlinie wurde 2019 von einer Arbeitsgruppe in der Verwaltung erarbeitet und wird seit Anfang 2020 umgesetzt. Sie sei ein „niedrigschwelliges Nachschlagewerk” für die Mitarbeiter. „Eine Besonderheit ist, das rechte Maß zu finden, in welchem Umfang Produkte und Ressourcen verbraucht oder benötigt werden oder ob man auch mit weniger auskommen kann”, sagt Julia Schirrmacher. Dazu gehöre auch Produkte erst auszutauschen, wenn sie wirklich kaputt sind.

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„Wichtig für den Umsetzungsprozess ist eine gute Planung und Koordinierung. Daher war unser Erfolgsfaktor eine Schlüsselperson, die wir schon im Hause hatten: unsere Nachhaltigkeitsbeauftragte Uta Rautenstrauch“, so die Abteilungsleiterin Klima und Umweltqualität weiter. Dietmar Walberg, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen, hielt die Laudatio bei der Preisverleihung. Er lobte das Engagement der Stadt: „Das hat Vorbildcharakter!” Deshalb stellt die Stadt auch anderen Kommunen ihre Richtlinie zur Verfügung. Sie sei fast vollständig übertragbar und inzwischen auch bundesweit nachgefragt.

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