Reihe „Jugend und Politik" : Der Kinder- und Jugendbeirat in Neumünster strahlt über Stadtgrenzen hinaus

Avatar_shz von 19. August 2021, 15:15 Uhr

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Luisa Grittner (links) und Alice Hakimy hoffen, dass sich mehr Kinder und Jugendliche in der Stadt engagieren.
Luisa Grittner (links) und Alice Hakimy hoffen, dass sich mehr Kinder und Jugendliche in der Stadt engagieren.

Seit Mai 2018 gibt es in Neumünster den Kinder- und Jugendbeirat. Alice Hakimy und Luisa Grittner sprechen über ihre Arbeit und wie sie noch mehr junge Menschen motivieren wollen, sich einzubringen.

Neumünster | Die Kinder und Jugendlichen sind die Entscheider von morgen. Im Vorwege zur Bundestagswahl beleuchtet der Holsteinische Courier unter dem Motto „Jugend und Politik“ verschiedene Wege, wie Kinder und Jugendliche an die Politik herangeführt werden können und welche Partizipationsmöglichkeiten und damit auch Einflüsse sie in unserer Gesellschaft haben können. Im ersten Teil spricht der Kinder- und Jugendbeirat über seine Arbeit. Als sich der Kinder- und Jugendbeirat (KJB) im Mai 2018 konstituierte, war Alice Hakimy mit dabei. „Ich mag es nicht, wenn Menschen immer nur über die Zustände meckern, aber nicht selbst etwas tun. Ich wollte etwas tun und habe mich deshalb für die Arbeit in dem Jugendgremium beworben“, erklärt die 19-Jährige ihre Motivation. „Ich habe über die Schule vom KJB erfahren. Man hat so viele Chancen, mitzuwirken, mitzudiskutieren und sich auch durch die vielen neuen Kontakte und Erfahrungen menschlich weiter zu entwickeln“, sagt Luisa Grittner (18). KJB hat sich etabliert Im November, wenn der KJB neu gewählt wird, scheiden die beiden jungen Frauen altersbedingt aus. Dann sind andere junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren gefragt, die relevanten Themen für Kinder und Jugendliche in der Stadt anzupacken. „Wenn ich die Entwicklung der vergangenen Jahre betrachte, würde ich sagen, der KJB etabliert sich langsam“, so Hakimy. Das Gremium muss zu allen Belangen der Kinder und Jugendlichen in Neumünster gehört werden. Immer wieder wurde der KJB aber von der Politik oder der Verwaltung in der Vergangenheit nicht beteiligt. Öffentlich eskaliert ist der Streit bei den Planungen für den Bau des Spielplatzes am Klostergraben, bei denen die Anregungen des KJB zunächst nicht berücksichtigt wurden. „Letztlich ist daraus aber resultiert, dass die Verwaltung uns nun bei jedem Punkt um eine Stellungnahme bittet, bei der die Kinder und Jugendlichen der Stadt betroffen sind, das ist wirklich ein toller Fortschritt“, so Hakimy. Akzeptanz des Gremiums wächst Auch bei der Ratspolitik entwickle sich immer mehr eine Akzeptanz des Gremiums, stellen die beiden jungen Frauen fest. Auch über Stadtgrenzen hinaus hat der KJB eine gute Stellung. So wurden sie in Aukrug um Rat gebeten, wo man ebenfalls einen KJB etablieren wollte. Großer Erfolg: Kurzclips zur OB-Wahl Das erfolgreichste Projekt des KJB waren bislang die Videos mit den Kurzporträts der Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in diesem Frühjahr, die auf der Plattform Instagram veröffentlicht wurden. „Das war toll, wir haben ganz viel positives Feedback von jungen und älteren Bürgern bekommen. Aktuell arbeiten wir daher auch an einem Format, wie wir die Programme der Bundestagskandidaten unseres Wahlkreises den Kinder und Jugendlichen niedrigschwellig präsentieren können, Social Media ist für unsere Arbeit eine wichtige Plattform“, so Grittner. „Schaut man sich die Altersstruktur in Deutschland an, werden rein statistisch die Menschen über 50 Jahren die Bundestagswahl entscheiden, deshalb kommt es auf jede Stimme an, die die Jungwähler abgeben, um Einfluss nehmen zu können“, betont Hakimy. Mehr direkter Kontakt erwünscht Was dem KJB fehlt? „Der direkte Austausch mit Kindern und Jugendlichen. Durch Corona lag natürlich vieles brach, aber wir würden uns freuen, mehr Anregungen von denen zu bekommen, die wir in unserem Gremium vertreten. Wir haben uns daher dazu entschlossen, an den weiterführenden Schulen Briefkästen anzubringen, in die die Kinder und Jugendlichen Anregungen einwerfen können“, so Grittner. „Wir freuen uns aber auch, wenn Kinder und Jugendliche einfach mal zu unserer Sitzung vorbeischauen und Anregungen geben“, so Hakimy. ...

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