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Motorrad-Reise : 9000 Kilometer voller Überraschungen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Holger Schnack, Anja Mundzeck und Matthias Spendig reisten per Motorrad an den Baikalsee und verliebten sich in die Weite der Mongolei.

von
erstellt am 11.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Neumünster | Es war die bisher längste Motorradtour ihres Lebens. Rund 9000 Kilometer legten drei Neumünsteraner in diesem Sommer in vier Wochen auf ihren Maschinen zurück – bis in die Mongolei. Und als sie dort in der Hauptstadt Ulan-Bator an einem Gästehaus vorfuhren, staunten sie nicht schlecht: Auf dem Parkplatz stand ein weiteres Motorrad mit Neumünsteraner Kennzeichen.

„Die Tour war immer wieder voller Überraschungen“, berichtet Holger Schnack (50). Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Anja Mundzeck (48) hatte er die Reise langfristig geplant. Matthias Spendig (50), ein langjähriger Freund, schloss sich dem Paar an.

Das eigentliche Ziel der drei Wittorfer war ursprünglich Irkutzk am Baikalsee. Ein paar Jahre zuvor hatten Holger Schnack und Anja Mundzeck auf einer Fahrradtour durch Thailand Russen aus dieser Region kennengelernt. Die Freundschaft blieb bestehen. Als die Russen das Paar zu einem Besuch einluden, war schnell klar: „Da fliegen wir nicht hin. Wir nehmen das Motorrad.“

Fast ein Jahr bereiteten die Wittorfer daraufhin die Tour vor. Die Route wurde grob gesteckt. Nach reiflichen Überlegungen kaufte das Trio drei baugleiche Motorräder. „So mussten wir nur einen Koffer mit Ersatzteilen mitnehmen. Die passten halt immer“, so Holger Schnack. Doch die Maschinen hielten gut durch. Größere Pannen blieben aus.

Vier Wochen Zeit hatte die erfahrenen Zweiradfahrer für ihre lange Reise. „Zum Glück spielten alle Arbeitgeber mit“, freut sich Holger Schnack noch nachträglich. Denn alle drei sind berufstätig. Holger Schnack arbeitet als Programmierer in einem Neumünsteraner Großhandel, seine Lebensgefährtin ist in Hamburg an einer Fernschule tätig, und der Dritte im Bunde, Matthias Spendig, ist in Neumünster Tischler in einer größeren Firma.

Über Polen, Litauen und Lettland ging es schließlich nach Russland. Ohne Navigationssystem. Stattdessen suchten sich die Reisenden ihren Weg „mit dem guten alten russischen Straßenatlas“, beschreibt Holger Schnack lachend. Den hatte er bei Ebay gekauft. „Die kyrillische Schrift darin half uns, die Straßenschilder zu identifizieren“, erklärte er die Wahl der Mittel. Nur in großen Städten wie Moskau waren die drei Motorradfahrer „manchmal etwas verloren“ mit dieser Methode.

Immer wieder staunte das Trio auf der Tour über die Schönheit der Landschaft. Und auch manche Stadt, die in Deutschland nahezu unbekannt ist, entpuppte sich als wahres Kleinod. So zum Beispiel Kasan, die Hauptstadt der Republik Tatarstan in Russland. „Die kennt bei uns zu Hause kein Mensch. Es ist eine wunderschön restaurierte historische Stadt. Und Omsk hat einen tollen Strand und Biergärten“, schwärmt Holger Schnack. Gern wäre das Reise-Trio hier und da noch länger geblieben. Doch in Irkutzk warteten ja die Freunde. Dort wurde den Neumünsteranern drei Tage Land und Leute gezeigt. „Es war eine irre Gastfreundschaft, die uns da entgegengebracht wurde“, erzählt Holger Schnack.

Eigentlich hatte die kleine Gruppe mit dem Baikalsee auch ihr Reiseziel erreicht. Doch weil sie dort keine Spedition gefunden hatte, die die Maschinen nach Deutschland zurückbringt, reiste sie weiter in die Mongolei. „Und das war die absolute Krönung“, ist sich das Trio einig. „Die Landschaft, die Weite – es hat uns regelrecht umgehauen. Da wollen wir auf jeden Fall noch mal hin“, sind sich die Neumünsteraner sicher.

Dass sie vor der Tür ihrer Herberge noch ein Motorrad aus Neumünster sahen, passte zu der Tour voller Überraschungen. Es war die BMW von Uwe Lohrer (57), der bereits Mitte Mai gemeinsam mit einem Freund gestartet war. Nachdem sein Reisegefährte mit einem kaputten Motorrad die Fahrt abbrechen mussten, war Uwe Lohrer allein weiter gefahren. Gemeinsam mit den drei Wittorfern verbrachte der Tungendorfer noch ein wenig Zeit in Ulan-Bator und half dem Trio, die Maschinen zu verladen. Während Holger Schnack und seine beiden Mitreisenden wenig später aus Zeitgründen ins Flugzeug stiegen, machte sich Uwe Lohrer allein auf den Rückweg. Er wird in diesen Tagen in Neumünster zurück erwartet.

Die drei Wittorfer hat mittlerweile der Alltag wieder. Doch sie träumen immer noch von der Mongolei. „Spätesten als Rentner muss ich da wieder hin“, sagt Holger Schnack.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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