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Holsteinischer Courier

20. November 2017 | 20:29 Uhr

Kleinflecken : 9000 Besucher bei der Stoffköste

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

160 Aussteller boten alles rund ums Nähen an / Männer als Akteure waren deutlich in der Unterzahl

Neumünster | Die sommerlichen 28 Grad sorgten am Sonnabend zwar dafür, dass sich der Kleinflecken zur elften Stoffköste erst etwas später als gewohnt füllte. Doch letztlich tummelten sich nach Angabe des Organisators, Citymanager Michael Keller, bis zum späten Nachmittag rund 9000 Besucher an den Ständen der 160 Aussteller, um sich mit Stoffen, Bändern, Borten, Scheren und sonstigem Näh-Zubehör einzudecken.

Wegen der Wärme habe der Markt etwas weniger Besucher gezählt, sagte Keller. Doch da die Stoffköste ein eintägiger Fachmarkt sei, sei das Wetter eigentlich egal. „Schließlich wissen die Kunden, dass sie sonst bis zum Herbst warten müssen. Dennoch werden wir den Frühjahrstermin im kommenden Jahr wieder in den April verlegen“, erklärte Keller. „Die Besucher kommen aus ganz Schleswig-Holstein. Und obwohl es in Hamburg-Alsterdorf einen größeren Markt dieser Art gibt, kommen insbesondere Hamburger gerne nach Neumünster, weil wir ein ansprechendes Beiprogramm mit Musik, Speisen und Angeboten für Kinder bieten“, berichtete der Citymanager.

Bestätigt wurde das von Henriette (11) und Birgit Harden (49), die es sich für eine schöpferische Pause unter der flotten Begleitung der Michael-Weiß-Jazzband auf dem Rasen bequem gemacht hatten. „Wir fahren lieber hierher, weil die Atmosphäre insgesamt freundlicher und entspannter ist“, meinten die beiden begeisterten Hobby-Schneiderinnen. Zu den modischen Trends der Saison zählten derzeit jede Art von Streifen. Aber auch Pünktchen, Batikmuster und Spitze seien absolut angesagt. „Und es darf auf jeden Fall glitzern und blinken“, verriet das kreative Mutter-Tochter-Gespann außerdem.

Zu den Anfängerinnen, die das Nähen erst seit Kurzem für sich entdeckten, gehörte dagegen Jennifer Müller (33), die mit ihrem Mann Hendrik (33) und den Zwillingen Charlotte und Jonathan (4 Monate) über die Meile bummelte. „Ich mache das seit acht Wochen, weil ich mehr können möchte, als nur ab und an mal einen Knopf anzunähen. Ich lerne über das Internet. Und zum Vatertag habe ich für die Kleinen, den Papa sowie für unsere Großen Jerome und Charlotte sogar schon schicke Hosen im Partnerlook genäht“, erzählte die Norderstedterin schmunzelnd mit Blick auf ihren umfangreichen Einkauf.

Ganz ähnlich erging es Sandy Hausfeldt (28) und ihrer Tochter Lia Jolien (4), die sich ebenso schwer bepackt auf den Heimweg machten. „Wenn man hierher fährt, muss man sich entweder ein Budget setzen oder besser noch gleich abgezähltes Geld mitnehmen. Sonst wird einem das große Angebot schnell gefährlich“, sagte die Kielerin lachend.

Sozusagen als Profi im Umgang mit Stoffen, Schnittmusterbogen und Nähmaschine zeigte sich Niko Stolle (42), der sich gemeinsam mit Jessica Hamann (35) durch das schier unendliche Angebot von Jersey-, Baumwoll- und Leinenstoffen wühlte. „Ich nähe seit gut einem Jahr, und mir macht es riesigen Spaß, auch wenn ich manchmal scheele Blicke von anderen Männern ernte. Am Anfang habe ich einfache Mützen für die Enkel genäht. Doch mittlerweile traue ich mich schon an Baby-Strampler, pfiffige Kleidchen und moderne Leggings heran. Und demnächst werde ich mich an einem Jackett versuchen“, berichtete der gelernte Schlosser und Kommissionierer nicht ohne Stolz. Der geschickte Eutiner zählte als männlicher „Schneidermeister“ allerdings zu den Exoten unter den Kunden. Die Männer waren deutlich in Unterzahl und übernahmen in der Regel die Rolle des Tütenträgers – oder sie machten sich als Betreuer der Kinder an Hüpfburg und Karussell nützlich.

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