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Käsewerk : 80-Millionen-Projekt am Donaubogen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Meierei Barmstedt baut ein riesiges Käsewerk. 35 000 Tonnen Käse für den Weltmarkt sollen produziert werden.

Neumünster | Es ist der nächste große Fisch im Industriegebiet Süd: Die Meierei Barmstedt, das gemessen an der verarbeiteten Milchmenge größte selbstständige Milchunternehmen in Schleswig-Holstein und unter den Top 20 in Deutschland, will auf einem rund 120 000 Quadratmeter großen Gelände am Donaubogen direkt neben dem Milchtrockenwerk ein neues Käsewerk errichten. Baustart für das 80-Millionen-Projekt ist im Frühjahr, teilte der geschäftsführende Vorstand, Dr. Dirk Rowedder, auf Courier-Nachfrage mit.

Geplant ist dort ab Frühjahr 2019 die Produktion von jährlich 35 000 Tonnen verschiedener Käsesorten für den Lebensmittel-Einzelhandel und Großhandel, Großverbraucher sowie die industrielle Weiterverarbeitung. Bedient werden sollen nicht nur nationale, sondern auch internationale Märkte. „Dabei erfolgt keine Verlagerung von unserem Hauptsitz. Es handelt sich um eine zusätzliche Produktionsmenge“, so Rowedder. In der 2002 neu errichteten und im Oktober 2006 um ein Käsewerk erweiterten Betriebsstätte in Barmstedt veredeln 100 Mitarbeiter jedes Jahr 850 Millionen Kilogramm Roh- und Magermilch zu Käse, Butter sowie Milch- und Molkenkonzentraten. Am Standort Neumünster sollen nun zunächst 40 weitere Kollegen dazukommen.

„Wir haben uns für den Standort im Industriegebiet Süd wegen der passenden infrastrukturellen Rahmenbedingungen sowie der verkehrstechnisch guten Lage für Milcherfassung und den Vertrieb entschieden“, erklärte Rowedder. Auch am benachbarten Milchtrockenwerk, in dem vor allem Magermilchpulver hergestellt wird, ist die Meierei beteiligt. Sie erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von rund 262 Millionen Euro. „Eventuell gibt es spätere Synergieeffekte bei der Verarbeitung von Milch und daraus hergestellten Zwischenprodukten“, sagte Rowedder.

Die Ratsfraktionen, die dem Verkauf des Grundstücks nach Courier-Informationen einstimmig und ohne große Diskussion zugestimmt hatten, lobten die Neuansiedlung in den höchsten Tönen. „Das ist Spitzenklasse, dass so ein Investor hier zu uns kommt“, jubelt SPD-Bauexpertin Franka Dannheiser. Die Stadt müsse nun einen Plan erstellen, welche Flächen im Industriegebiet Süd noch frei, welche reserviert und welche bebaut seien, fordert die Ratsfrau. Für ihre CDU-Kollegin Helga Bühse wird Neumünster nun immer mehr zur „Stadt der Ernährungswirtschaft“. „Das Käsewerk ist ein Vorzeigeprojekt von einer Branche mit Zukunft und ein neues Aushängeschild“, sagt sie.

Genauso sehen das auch Grüne, FDP und BFB. „Das passt alles zusammen. Auch ich sehe für die Stadt den neuen Schwerpunkt im Ernährungssektor“, erklärt der BFB-Fraktionsvorsitzende Jörn Seib. „Ein tolles Projekt“, stimmt Thomas Krampfer von den Grünen zu. Die Wirtschaftsagentur habe gute Arbeit geleistet. Und Reinhold Ruge (FDP) kommentiert: „Das Käsewerk fügt sich in die erfolgreichen Ansiedelungen der Vergangenheit nahtlos ein.“ Nun müssten nur noch die Infrastruktur und die Abwasserbeseitigung ertüchtigt werden. „Aber das bekommt die Stadt hin“, ist sich Ruge sicher.

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erstellt am 20.Feb.2017 | 08:00 Uhr

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