Kita in Neumünster : 76 000 Euro mehr für Anschar-Kita

Die Diakonie Altholstein hat bereits zum 1. Januar der Kirchengemeinde das Haus Am Alten Kirchhof 4 abgekauft.
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Die Diakonie Altholstein hat bereits zum 1. Januar der Kirchengemeinde das Haus Am Alten Kirchhof 4 abgekauft.

Ratsversammlung muss über den Trägerwechsel entscheiden. Übernimmt die Diakonie, steigt der Zuschuss der Stadt.

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02. Februar 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Die Diakonie Altholstein soll rückwirkend zum 1. Januar Träger der Anschar-Kindertagesstätte werden. Dafür sprach sich der Jugendhilfeausschuss am Mittwochabend einstimmig aus. Für die Stadt bedeutet das: Mehrausgaben von 76 000 Euro pro Jahr.

Bislang wurden die Personalkosten der Kita zu 90 Prozent aus städtischen Mitteln und zu zehn Prozent vom bisherigen Träger, der Anschar-Kirchengemeinde, finanziert. Im letzten Jahr lag die Summe bei rund 210 000 Euro pro Jahr. Künftig wird die Stadt für die gesamten Ausgaben aufkommen. Der Zuschussbedarf für 2018 wird auf 286 000 Euro festgesetzt.

Aber warum bezahlt die Diakonie, deren Gesellschafter der Kirchenkreis Altholstein sowie die elf Kirchengemeinden der Stadt sind, nicht mehr diesen Eigenanteil? „Die Diakonie bekommt im Gegensatz zu den Kirchengemeinden keine Gelder aus den Kirchensteuern“, erklärt Propst Stefan Block auf Nachfrage.

Somit müsse die Diakonie als Träger behandelt werden wie Wohlfahrtsverbände, die für ihre Kitas ebenfalls von der Stadt voll gefördert werden. „Einen Mindestanteil von 5000 Euro zahlen aber alle Kitas, also auch die Diakonie“, stellte Block klar.

Bereits im Hauptausschuss mahnte Oberbürgermeister Olaf Tauras an, dass der Träger-Wechsel zur Diakonie keine Schule machen solle. Im Jugendhilfeausschuss nahm Propst Block der Debatte gleich den Wind aus den Segeln: „Man könnte denken, es stecke System dahinter, dass sukzessive alle Kitas, deren Träger Kirchengemeinden sind, in die Diakonie übergehen, damit die Gelder der Kirchen gespart werden. Aber ich versichere Ihnen, das wird ein Ausnahmefall bleiben.“

Von den elf Kirchen-Kitas der Stadt sind sieben in Händen der jeweiligen Kirchengemeinden und drei – Vicelin, Bugenhagen und Gadeland – in der Trägerschaft des Kindertagesstättenwerks vom Kirchenkreis. Dieser springe als Träger ein, wenn die Gemeinden die Aufgaben nicht alleine wuppen können. Da in das Kindertagesstättenwerk Kirchensteuern fließen, zahle dieses den Eigenanteil von zehn Prozent, so Block. Über den Wechsel entscheidet die Ratsversammlung am 13. Februar.

Hintergrund für den Trägerwechsel sei das Familienzentrum, das derzeit geplant werde. „Es macht Sinn, wenn Familienzentrum und Kita in einer Hand sind“, so Block. Die Diakonie hat dafür der Kirchengemeinde bereits das Gebäude Am Alten Kirchhof 4 abgekauft (der Courier berichtete). Die Familienbildungsstätte, das Familienbüro und die Beratungstelle „Frau & Beruf“ sollen dorthin ziehen. Außerdem soll die Kita um eine Gruppe erweitert werden. Dafür hat die Diakonie vom Kirchenkreis das Nachbarhaus Nummer 2 gekauft. Für die religionspädagogische Arbeit in der Kita soll die Anschar-Gemeinde aber weiterhin zuständig bleiben.

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