Grossenaspe : 7500 Euro für die Brandopfer

Neuanfang: Nach dem Brand der Gaststätte Zur Mühle richten sich Nathalie (13), ihre Mutter Andrea Todt (37) und der kleine Jannis (5) jetzt gemeinsam mit großen Schwester Jessica (18, nicht im Bild) in ihrer neuen Wohnung ein.
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Neuanfang: Nach dem Brand der Gaststätte Zur Mühle richten sich Nathalie (13), ihre Mutter Andrea Todt (37) und der kleine Jannis (5) jetzt gemeinsam mit großen Schwester Jessica (18, nicht im Bild) in ihrer neuen Wohnung ein.

Die Ursache des Feuers in Großenaspe steht noch nicht fest. Die beiden Familien sind dankbar für die vielen Spenden.

shz.de von
29. Januar 2015, 09:00 Uhr

Grossenaspe | Eine überwältigende Hilfsbereitschaft erfuhren Andrea Todt (37) und Gabi Stick (50) aus Großenaspe in den vergangenen Wochen nach einem Schicksalsschlag. Kurz vor Weihnachten hatten die dreifache Mutter und die Pächterin des Hotel- und Gaststättenbetriebes Zur Mühle beim Brand des Hauses alles verloren (der Courier berichtete). Neben zahlreichen privaten Sachspenden und Hilfsangeboten hatte auch die Gemeinde ein Spendenkonto für die beiden Familien eingerichtet. 7500 Euro sind mittlerweile darauf eingegangen und wurden jetzt den Brandopfern zur Verfügung gestellt. „Ich bin überwältigt von der Spendenbereitschaft und freue mich, dass so viele Menschen die beiden unterstützen“, sagte Bürgermeister Torsten Klinger.

Nun stehen die beiden Familien vor dem Neuanfang. Vor Kurzem ist Andrea Todt mit ihren Kindern Jannis (5), Nathalie (13) und Jessica (18) in eine neue Wohnung gezogen. Hier richten sich die Vier nun langsam ein. „Über Silvester war ich leider im Krankenhaus. Es war wohl doch alles zu viel. Doch jetzt regelt sich langsam alles, und wir fühlen uns hier wohl“, erzählte Andrea Todt. Für sie sei am wichtigsten, dass die Familie wieder zusammen sei. Auch den Kindern gehe es gut. Doch ganz verwunden hat die Mutter das schreckliche Erlebnis noch nicht. „Ich war jeden Tag am Haus, um zu gucken. In der Küche steht noch die Müslischale vom Frühstück auf dem Tisch. Es sieht aus, als wären wir gerade rausgegangen“, berichtete sie.

Doch die nächsten Probleme stehen für Andrea Todt schon ins Haus. Die Ruine des Hauses soll nach Angabe von Todt in den kommenden Wochen abgerissen werden. Die Entsorgungskosten für den verbliebenen Hausrat ihrer Wohnung soll sie dabei allein übernehmen. „Da es Sondermüll ist, rechne ich mit 1600 Euro. Und auch das Arbeitsamt hat mir die Ersthilfe von 400 Euro schon wieder abgezogen. Dazu werde ich mich jetzt aber zunächst einmal mit einem Anwalt beraten“, erklärte sie.

Gabi Stick dagegen weiß noch nicht, wie es für sie weitergeht. Noch wohnt sie bei ihrer Tochter. Ihr ebenfalls durch den Brand wohnungslos gewordener Sohn Marcel Ambrosius (27) hat mittlerweile eine neue Bleibe in Neumünster gefunden. „Darüber bin ich froh. Aber was ich machen soll, weiß ich nicht. Am liebsten würde ich natürlich in Großenaspe bleiben“, erzählte die Pächterin. Der Abschlussbericht der Brandermittler stehe noch aus. „Ohne diesen zahlt die Versicherung nicht. Und meine persönlichen Sachen waren, entgegen meiner Annahme, gar nicht versichert“, berichtete Stick. „Ich kriege immer noch Heulattacken. Kinderfotos, Geburtstagsgeschenke, es gibt so viele Dinge, die ich vermisse“, sagt sie leise. „Aber es wird irgendwie weitergehen. Schließlich heißt es ja nicht umsonst, man wächst mit seinen Aufgaben“, sagte sie schon wieder mit einem kleinen Lächeln.

Gabi Stick ist ebenso wie Andrea Todt der Familie, den Freunden und Spendern unendlich dankbar für die vielfältige Unterstützung. „Ohne diese Hilfe und die großartige Freundlichkeit uns gegenüber hätte ich das alles nicht geschafft. Ich kann nur danke, danke, danke sagen“, sagte Andrea Todt.  

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