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Holsten-Galerie : 70 Prozent der Läden sind vermietet

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die künftigen Mieter waren ein wichtiges Gesprächsthema beim Richtfest. Media-Markt und Sky wurden erstmals offiziell bestätigt.

von
erstellt am 19.Feb.2015 | 06:15 Uhr

Neumünster | Den ersten Applaus erhielt Christian Langsdorff schon nach einer Minute: „Ich bin der neue Center-Manager der Holsten-Galerie und wohne seit November mit meiner Frau in Neumünster“, sagte der 32-jährige Langsdorff – und viele der etwa 150 geladenen Gäste auf dem Gänsemarkt applaudierten ihrem neuen Mitbürger spontan.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, Dr. Matthias Jacob vom Generalunternehmen Wolff & Müller und ECE-Geschäftsführer Markus Lentzler wünschten dem Bau von der kleinen Bühne aus alles Gute, bevor Polier Mike Lisker aus dem ersten Stock eine amüsante Rede hielt: „Und war die Tinte auf dem Plan noch frisch, kam schon die nächste Änderung auf den Tisch“, reimte er. Der Richtkranz schwebte empor, das Bier rutschte gut – und vor allem zerschmetterte Liskers Glas, wie es sich gehört. Nur einen Holzbalken, um traditionell den letzten Nagel einzuschlagen, fand er an dem Bau aus Beton und Stahl nicht.

Auf Neumünsters größter Baustelle ist jetzt Halbzeit, und alles läuft im Plan, wie ECE mitteilt. Die Logistik scheint auch zu funktionieren, denn die 3000 Betonfahrzeuge, die hier bislang ihre Fracht abgegeben haben, haben den Verkehr in der Innenstadt nicht wirklich massiv behindert.

Bis zum Herbst entsteht hier für rund 145 Millionen Euro eine Shopping-Galerie mit rund 90 Geschäften auf 22 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und auf zwei Ebenen. Sie wird außerdem über 1400 Quadratmeter Bürofläche und 950 Parkplätze (auf dem Centerdach und im neuen Parkhaus) verfügen (der Courier berichtete). Rund 70 Prozent der Ladenflächen sind nach ECE-Angaben bereits vermietet.

Zwei der so genannten Ankermieter wurden gestern erstmals offiziell benannt: Im Erdgeschoss zieht ein Sky-Supermarkt ein und im Obergeschoss ein Media-Markt. „Die Spatzen pfeifen es ja schon länger von den Dächern, jetzt ist es offiziell: Wir werden in das Center umziehen“, sagte Peter Schneider, Geschäftsführer des Media-Marktes an der Rendsburger Straße.

„Zwei große Anbieter aus dem Textilbereich“ wollte ECE gestern dagegen noch nicht mit Namen versehen. Sicher dabei sind Intersport, Deichmann, Douglas, Vero Moda, Jack&Jones, Only, Tamaris, Engbers, CCC-Schuhe, Schuhpark Fascies, Mister Lady, DM-Drogerie, Reformhaus Engelhardt, Nordsee, McPaper, Parfümerie Schuback und First-Reisebüro. Großstädtisches Flair wird ein moderner „Food Court“ bringen: Das ist ein großer Gastronomiebereich mit neun Anbietern und einem gemeinsamen Sitzbereich in der Mitte – mit Blick auf Gänsemarkt und Teich.

Beim anschließenden Richtschmaus im künftigen Center wurden knapp 500 Personen versorgt – die geladenen Gäste, die Handwerker und einige Nachbarn, die viel Lärm und Staub ertragen müssen. Die Gäste blickten sich staunend in dem riesigen Betonkasten um, der in wenigen Monaten ein glänzender Shoppingtempel sein soll.

Kommentar von Thorsten Geil:

Hamburg, Berlin, New York? Ne, Neumünster! 270 mal 100 Meter wird die Holsten-Galerie groß sein, etwa 90 Geschäfte haben und rund 700 Menschen einen Arbeitsplatz bieten. Wer wie die Gäste des Richtfests gestern zum ersten Mal hineinschauen durfte, der bekam einen Einblick in ein beeindruckendes Bauwerk. Das ECE-Center wird definitiv eine Bereicherung für Neumünsters Innenstadt – auch wenn schon noch der eine oder andere klingende Firmenname in der Mieterliste auftauchen dürfte.

Offene Fragen bietet aber nach wie vor die Straßenanbindung. Die Pläne für die Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes sind nicht mehr als Kosmetik; das Gejuckel um den Platz herum soll bleiben. Verwirrte Auswärtige, gefährliche Situationen beim Spurwechsel und immer wieder Stau wird es dort täglich zu sehen geben, wenn die Galerie erst geöffnet ist. Nötig wäre vor dem Bahnhof etwas ganz anderes: Weg mit dem Platz in der Mitte, weg mit dem Imbiss, her mit zwei bis vier geraden Fahrspuren von der Bahnhofskreuzung bis zum Finanzamt. Denn auch die andere Hauptzufahrt in das Center (von der Bahnhof-/Fabrikstraße aus) hat eine große Schwäche: Die Linksabbiegerspur auf der Bahnhofstraße bietet gerade mal Platz für drei Autos. Zumindest an den ersten Sonnabenden der Galerie kann Neumünster froh sein, wenn sich die Autos nur bis zur Post zurückstauen. Hier sollten die Stadtplaner nochmal ein paar kühne Gedanken bewegen. Es ist noch nicht zu spät.

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