Amtsgericht Neumünster : 600 Euro Geldstrafe für vier Schwarzfahrten

Ein 35-jähriger Neumünsteraner konnte das Schwarzfahren nicht lassen – und erhielt jetzt eine saftige Strafe.

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07. August 2018, 10:00 Uhr

Schwarzfahren kommt teuer zu stehen – zumindest wenn man sich gleich mehrmals hintereinander erwischen lässt: Gleich vier Mal ist ein 35-jähriger Neumünsteraner im vergangenen Herbst innerhalb von nur zwei Monaten im Zug nach Kiel ohne Fahrkarte ertappt worden. Das Amtsgericht verurteilte den Mann dafür jetzt zu einer Geldstrafe von 600 Euro – immerhin das zweifache Monatseinkommen des mittellosen Gelegenheitsarbeiters.

Wäre es allein nach dem Staatsanwalt gegangen, wäre die Strafe sogar noch höher ausgefallen: Er hatte 1200 Geldstrafe für die vier Schwarzfahrten gefordert und dabei auf eine ganze Reihe ähnlicher Delikte im Vorstrafenregister verwiesen.

Ganz so weit mochte der Richter nicht gehen. Er zeigte sich durchaus beeindruckt von der offenherzigen Ankündigung des 35-Jährigen, sich künftig nicht mehr so leicht mit dem Gesetz anzulegen: „Seit sieben Monaten habe ich eine feste Freundin, die hat mich auf den Topf gesetzt und mir klar gemacht, dass es sich nicht lohnt, wegen solcher Sachen anzuecken“, versicherte der 35-Jährige dem Richter: „Meine Freundin hat vier Kinder, denen möchte ich ein besseres Vorbild sein.“

Unterstützung bekam der 35-Jährige von seinem gesetzlichen Betreuer: „Mein Klient hat nie gelernt, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen“, beschrieb der Betreuer den 35-Jährigen: „Eine feste Freundin, die ihm sagt, wo es längs geht, ist vermutlich das Beste, was ihm passieren konnte.“

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