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Sommerferien : 6,3 Millionen Euro für die Schulbausanierung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt nutzt die Sommerferien wieder für umfassende Baumaßnahmen in den Schulen und Kitas, aber auch im Rathaus.

von
erstellt am 28.Jul.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Die Außenstelle der Elly-Heuss-Knapp-Schule an der Bachstraße sieht nach der 2016 erfolgten energetischen Sanierung fast wie ein Neubau aus. Jetzt legt die Stadt auf der anderen Straßenseite an der Immanuel-Kant-Schule nach. Für 1,1 Millionen Euro wird der sogenannte D-Trakt saniert. Insgesamt gibt die Stadt in diesem Sommer fast 6,3 Millionen für Sanierungsarbeiten in Schulen, Kitas, aber auch im Alten und Neuen Rathaus sowie im Gebäude des Jobcenters an der Friedrichstraße aus.

An der Kant-Schule werden nicht nur Fassade, Dach und Fenster erneuert, der Turm erhält eine freistehende Außentreppe als weiteren Rettungsweg im Brandfall. Im Innern werden die Toiletten, die Elektrik und die auf LED umgestellte Beleuchtung saniert. „Und wir bauen auch gleich noch den Aufzugsschacht für die Barrierefreiheit ein“, erläutert Berthold Heitker von der Hochbauabteilung der Stadt. Der Turm bekommt als Abschluss jetzt zudem ein Satteldach.

Die Immanuel-Kant-Schule ist damit einer der dicksten Brocken im Sanierungsprogramm. Noch mehr Geld fließt mit 1,3 Millionen Euro in die Grundschule Wittorf. Die Dachsanierung der Gemeinschaftsschule Brachenfeld kostet sogar 1,4 Millionen Euro. Für die Stadt lohnt sich das nicht nur wegen künftig geringerer Energiekosten. Bei der Sanierung in den drei genannten Schulen zahlt der Bund mit 90 Prozent Förderung das Gros der Kosten.

Auch in Wittorf bündelt die Stadt mit der energetischen Sanierung von Fassade, Dach und Fenstern, dem Anbau eines zweiten Treppenhauses als weiteren Fluchtweg und den Arbeiten im Inneren mehrere Maßnahmen. Auch hier werden die alten Leuchtstoffröhren durch die moderne LED-Technik ersetzt. Torsten Beuck vom Ingenieurbüro ITG schätzt die Energieeinsparung auf mehr als 50 Prozent. Sensoren steuern die LED-Leuchten je nach Tageslichteinstrahlung. Präsenzmelder, die auf Bewegung und Temperatur reagieren, schalten die Beleuchtung automatisch aus, wenn niemand mehr im Raum ist. Und die jetzt als Standard eingebaute Haustechnik kann noch mehr: Fühler messen auch die Raumluft auf den CO2-Gehalt, öffnen bei Bedarf automatisch die Fenster zur Belüftung und regeln die Heizung herunter.

Die Arbeiten in Wittorf starteten bereits drei Wochen vor Ferienbeginn, dennoch ist der Zeitplan eng. „Drinnen müssen wir zum Schulstart fertig sein, die Fassade hat mehr Zeit“, sagt Heitker. Was Krach und Staub macht wie der Abbruch der Fassade, ist natürlich nur in den Ferien möglich.

Bei der Innensanierung fällt auf, dass die Waschbecken in den Klassenräumen abgebaut worden sind. Grund ist die Gefahr von Legionellen. Sie sind gerade in gut gedämmten Gebäuden ein Risiko.

Die flächenmäßig größte Sommerbaustelle ist an der Gemeinschaftsschule Brachenfeld. Hier werden zurzeit die Flachdächer aus den 1970er-Jahren saniert. „Das sind mehrere Tausend Quadratmeter, da kommt schon einiges zusammen“, sagt Berthold Heitker. Für die Sanierung muss der alte Aufbau herunter. Auf eine erste Abdichtungsschicht kommt eine sogenannte Gefälle-Dämmung, die zu den innen liegenden Regenwasserabläufen hin abfällt. Oben drauf kommen dann noch zwei Lagen Abdichtung. Die Pakete mit den Dämmplatten stapeln sich zurzeit meterhoch auf dem Dach.

Außerdem werden die 126 Oberlichter durch neue Lichtkuppeln ersetzt. Das alte Glasdach über der Bücherei ist an einigen Stellen gebrochen und wird komplett abgebaut. Bas Dach wird in manchen Bereichen geschlossen, Velux-Modulelemente lassen künftig nicht nur Licht, sondern – da per Fernsteuerung zu öffnen – auch Luft herein. „Vorher war keine Lüftung möglich. Im Sommer war das eine Sauna und im Winter bitterkalt“, sagt Heitker.

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