Neumünster : 59 Seniorenwohnungen für Gadeland

Die Animation zeigt die Anlage von Süden aus Richtung des kleinen Wäldchen.
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Die Animation zeigt die Anlage von Süden aus Richtung des kleinen Wäldchen.

Der Stadtteilbeirat begrüßt Investorenpläne an der Segeberger Straße. Das Wäldchen auf dem Grundstück bleibt erhalten.

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24. März 2018, 08:01 Uhr

Bauunternehmer Dennis Holst aus Arpsdorf und die Investoren Hans-Christian Mergel aus Neumünster und Hans-Christian Stockfisch aus Hamburg haben große Pläne für Gadeland: Sie wollen auf einem knapp 15 000 Quadratmeter großen Grundstück mitten im Stadtteilzentrum an der Segeberger Straße 36+38 insgesamt 59 seniorengerechte Eigentumswohnungen bauen. Das Investitionsvolumen bezifferten sie gestern bei der Vorstellung des Projekts auf rund zehn Millionen Euro.

Ende des vergangenen Jahres trat Hans-Christian Mergel an die Grundstückseigentümer heran, die ihre Bereitschaft zum Verkauf erklärten. Wegen des kleinen Wäldchens auf dem Areal wurde die Forstbehörde konsultiert. „Wir haben dem Bauamt Vorschläge vorgelegt, ein tragfähiges Konzept erarbeitet, dann den Stadtteilbeirat informiert“, sagte Mergel. In zwei bis drei Wochen wollen die Investoren den Bauantrag stellen. Mergel: „Alle wichtigen Beteiligten sind eingebunden, das Grundstück gibt die Bebauung her.“ Zurzeit stehen noch zwei Einfamilienhäuser auf den Grundstücken. Sie würden nach Vorliegen der Baugenehmigung abgerissen.

Die Wohnungsgrößen im Neubau liegen zwischen 44 und 100 Quadratmetern. Das Gebäude mit drei Voll- und einem Staffelgeschoss ist in Massivbauweise geplant und soll sich mit einer hellen Klinkerfassade in die Umgebungsbebauung einfügen. Der Trakt werde komplett barrierefrei sein. Auch die für Pflegebetten dimensionierten großen Aufzüge und Stellplätze für Ärzte und Pflegepersonal zeigen, auf welche Käufer-Klientel die Investoren zielen. Ab Mai soll direkt gegenüber an der Segeberger Straße 55 ein Projektbüro über das Bauvorhaben informieren.

Der Stadtteilbeirat begrüßt die Pläne und hat das Projekt quasi selbst mit angeregt. „Wir sind seit Jahren gemeinsam mit der Kirchengemeinde auf der Suche nach einem Investor für eine Seniorenwohnanlage im Kern von Gadeland“, sagte die stellvertretende Stadtteilbeiratsvorsitzende Alexandra Mallon. Auf der grünen Wiese hätte der Beirat so ein Projekt nicht gern gesehen. „Daran ist es immer wieder gescheitert. Diese Option jetzt ist brillant für Gadeland“, sagte Alexandra Mallon.

Auch Stadtteilvorsteher Dr. Volker Matthée freut die jetzige Entwicklung. „Wir haben 2012 eine Umfrage gemacht, um so ein Projekt anzustoßen“, sagte er. Seitdem habe man bei verschiedenen Eigentümern angeklopft, doch niemand sei bereit gewesen zu verkaufen. Matthée: „Das Projekt jetzt ist fast genial. Gadeland wird nicht jünger, und es gibt noch nichts Vergleichbares im Stadtteil.“ Auch Beiratsmitglied Hasan Horata war voll des Lobes: „Mitten im Ortskern – und der Wald bleibt erhalten.“

Das unterstrich auch Hans-Christian Mergel. „Das Waldstück ist nicht bebaubar und wird auch nicht bebaut. Fledermäuse und Molche tangieren das Projekt nicht.“ Hintergrund: 2013 scheiterten die Pläne von Kaufmann Gerd Grümmer, auf dem Grundstück zwischen Segeberger Straße und Krogredder einen Lebensmittelmarkt zu bauen. Eine Bürgerinitiative hatte dagegen mobil gemacht, die Untere Forstbehörde damals den Wald als schützenswert eingestuft und ihr Veto eingelegt. Der Bauausschuss der Ratsversammlung stoppte daraufhin das Bauleitverfahren.

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