Hochwasser : 500 Sandsäcke lagen schon bereit

Dienst am Heiligabend: Rund vier Stunden füllten Feuerwehrmänner am Mittwochvormittag im Gefahrenabwehrzentrum vorsorgliche rund 500 Sandsäcke gegen die Flut. Sie kamen bislang nicht zum Einsatz.
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Dienst am Heiligabend: Rund vier Stunden füllten Feuerwehrmänner am Mittwochvormittag im Gefahrenabwehrzentrum vorsorgliche rund 500 Sandsäcke gegen die Flut. Sie kamen bislang nicht zum Einsatz.

Der Dauerregen über Weihnachten versetzte die Rettungskräfte in Alarmbereitschaft . Eine Tiefgarage und Keller standen unter Wasser, Schwale und Stör überspülten Brücken.

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27. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Was für triefende Weihnachten! So nass hatte sich Neumünster das Weihnachtsfest nicht vorgestellt. Aber der Dauerregen über die Festtage dürfte nicht nur manches Familienfest zermürbt haben – er rief auch die Rettungskräfte auf dem Plan: Um eine Überschwemmung der Innenstadt zu verhindern, hatte die Feuerwehrleitung noch an Heiligabend „Voralarm“ ausgelöst. Feuerwehrleute füllten am Morgen des Heiligabends im Gefahrenabwehrzentrum an der Färberstraße vorsorglich über 500 Sandsäcke. Berufs- und Freiwillige Feuerwehren bereiteten sich auf größere Pumpeinsätze vor.

Bereits in der Nacht zum Mittwoch waren die Pegelstände von Stör und Schwale auf ein bedenkliches Maß angestiegen. Nach Auskunft der Feuerwehr fehlten am Vormittag des Heiligabends in der Innenstadt noch knapp 60 Zentimeter bis zur kritischen Marke. Die Sandsäcke wären vor allem an der Mühlenbrücke am Abfluss des Teichs zum Einsatz gekommen, um die Wohn- und Geschäftshäuser am tiefsten Punkt der Lütjenstraße vor den Wassermassen zu schützen. Dazu kam es jedoch trotz des anhaltenden Dauerregens nicht mehr.

Inzwischen sind die Pegelstände wieder deutlich gesunken, auch wenn man in den Außenbezirken in Flußnähe davon noch nicht viel merkt: Sowohl an der Schwale- als auch in der Störniederung waren bis gestern Nachmittag noch zahlreiche Wiesen überschwemmt und Brücken überspült.

Am Hochmoor in Gadeland war ein Gehöft vorübergehend fast vollständig vom Wasser eingeschlossen. Weil der Wasserstand 30 Zentimeter unter der Türkante blieb, brauchte die Feuerwehr hier aber nicht eingreifen, sondern beschränkte sich auf eine laufende Beobachtung der Lage. In Wittorf ließen sich die Fluten dagegen nicht in allen Fällen aufhalten. Mehrere Keller liefen voll, bevor die Feuerwehr anrücken konnte. Auch an der Brachenfelder Straße/Hauptstraße meldeten zahlreiche Haus- und Gartenbesitzer „Land unter“. Am Mühlenhof drang das Wasser in eine Tiefgarage ein und setzte die Parkflächen handbreit unter Wasser.

Nach einem vergleichsweise trockenen Tag hatte sich die Lage gestern leicht entspannt. Man werde die Lage weiter genau beobachten, versprach Stadtsprecher Stephan Beitz.

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