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Durchfahrverbot am Großflecken : 50 Falschfahrer in Neumünster müssen zahlen

vom

Politessen kontrollieren das Durchfahrverbot am Großflecken in Neumünster schärfer. Viele Autofahrer umfahren die Barrieren.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 10:06 Uhr

Neumünster | Die Stadt macht jetzt Ernst bei der Durchsetzung der Verkehrsberuhigung am Großflecken. "Wir haben allein am Montag 50 Durchfahrer erwischt", sagte der Chef der Ordnungsbehörde, Udo Wachholz. Die Verkehrssünder müssen jeweils mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro rechnen. Geht es vor Gericht, kann es noch erheblich teurer werden.
Auch am Dienstag waren die städtischen Überwachungskräfte - neben ihrer zurzeit vorrangigen Aufgabe der Schulwegsicherung - wieder am Großflecken im Einsatz, um das Durchfahrverbot zu kontrollieren. Sie haben zwar noch nicht die Sonderbefugnisse als "Hilfsbeamte der Polizei", doch es reichen auch ein Foto oder die Zeugenaussage - zur Beweissicherung und zu ihrer eigenen Sicherheit sind die Politessen immer zu zweit im Einsatz.

"Eltern sensibilisieren"

Auch die Polizei kontrolliert bei ihren Routinefahrten das Durchfahrverbot und die neuen Einbahnstraßenabschnitte. "Wir führen aber keine Strichlisten oder Statistiken", sagte Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Zum Schulstart am Montag und auch am Deinstag zeigten die Beamten ebenfalls verstärkt und ganz offen vor der Klaus-Groth-Schule an der Parkstraße Präsenz. Die Einbahnregel wird hier immer noch von vielen Autofahrern ignoriert, die einfach die Barriere umfahren.
"Wir wollen die Eltern sensibilisieren", sagte Hinrichs’ Kollege Rainer Wetzel. Die Beschilderung des Einbahnstraßenabschnitts sei klar, die Absperrung erst recht. "Wer das ignoriert, hat selbst schuld, wenn er ein Ticket bekommt", sagte Rainer Wetzel. Von Chaos vor der Schule könne man aber nicht sprechen.

Reinhard Rahner, der Leiter der Klaus-Groth-Schule, geht davon aus, dass die neue Verkehrsführung von den Eltern akzeptiert wird. Sie seien schon lange über die neue Regelung informiert, etwa über die Internet-Seite der Schule. Rahner: "Wir haben bisher von den Eltern noch keine Rückmeldung, weder positiv noch negativ."
Henrik Hirsch von der Wirtschaftsakademie hat die Szenerie an der Parkstraße täglich von seinem Büro aus im Blick. "Jetzt halten sich die meisten dran, das Hindernis hilft", sagte er. Vielen Fahrern sei aber schon die Gewissensentscheidung anzusehen: "Fahre ich durch oder nicht?" Am Anfang sei die Situation schlimm gewesen, so Hirsch: "Meine Kollegen und ich haben gewunken und geklatscht. Vor allem Neumünsteraner haben das Verbot ignoriert. Das ist halt Volkes Wille."
Die seit Dienstaag geltende Halteverbotszone an der Parkstraße vor der Theodor-Litt-Schule hat nichts mit dem Verkehrsversuch zu tun, machte Neumünsters Verkehrsplaner Michael Köwer deutlich. An der Schule wird gebaut, und das Halteverbot soll den Platz für einen großen Autokran freihalten.

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