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Boostedt : 50 Eltern: „Wir brauchen jetzt eine Lösung“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zu wenig Kita-Plätze in Boostedt: Zweite Waldgruppe könnte kurzfristig für Luft sorgen.

Boostedt | In Sachen Kinderbetreuung brennt in Boostedt zurzeit die Luft. Denn in der Kindertagesstätte (Kita) fehlen für 19 Kinder Krippenplätze (1 Kind aus Latendorf) und 18 Kinder (8 Kinder aus Latendorf) bekommen keinen Platz in der Einrichtung (der Courier berichtete). Deshalb war es kein Wunder, dass die Sondersitzung des Boostedter Ausschusses für Jugend, Sport, Senioren und Soziales vorgestern Abend rund 50 Eltern auf den Plan rief, die von der Politik umgehend Abhilfe für diesen Notstand forderten.

„Die Eltern können nicht warten. Wir brauchen jetzt eine Lösung. Es besteht der rechtliche Anspruch, und das Problem, dass die Plätze immer gerade soeben ausreichen, gibt es ja schon seit Jahren“, hieß es aus der Runde. Anna Detlef, Boostedterin und Mutter von drei Kindern, erklärte außerdem: „Für die Kinder ist der Platz in der Kita vor Ort die Chance sich zu integrieren. Sie sollen sich hier zuhause fühlen. Doch das funktioniert nicht, wenn man in Großenaspe einen Platz bekommt.“

„Wir haben etwas gebraucht, um wach zu werden. Doch jetzt werden wir alles daransetzen, zumindest die akute Situation kurzfristig zu entschärfen“, versprach der Ausschussvorsitzende Hans-Heinrich Duggen (SPD) im Vorfeld der Anhörung.

In der überwiegend konstruktiv geführten Diskussion zwischen Gemeindevertretern und Eltern wurden schließlich verschiedene Lösungsansätze besprochen. Für die fehlenden Plätze im Regelbereich wurde dabei die Gründung einer zweiten Waldgruppe als kurzfristig umsetzbare Maßnahme favorisiert. „Die Waldgruppe kann ein erster Schritt sein, um etwas Luft zu bekommen. Dennoch, selbst wenn alle Eltern mitspielen, müssen auf lange Sicht weiterreichende Lösungen gefunden werden“, ergänzte dazu der Kita-Leiter Hartmut David. Geprüft werden soll außerdem die Nutzung von Containern, die, nach Einschätzung von David, für die fehlenden Krippenplätze eigentlich die einzige zeitnahe Alternative darstellen. Die Ergebnisse sollen am 22. März auf einer erneuten Sitzung vorgestellt werden.

Für eine langfristige Lösung will sich die Gemeindevertretung nun auch intensiv mit dem Thema eines Anbaus oder, nach dem Vorschlag von Wolfgang Brückner (CDU), unter Umständen mit dem Neubau einer zweiten Kindertagesstätte befassen.

„Das leerstehende Aldi-Gebäude an der Neumünsterstraße ist aufgrund des Umfeldes und der hohen Miete keine Alternative. Dies gilt meiner Meinung nach auch für das Feuerwehrgebäude. Meine erste Wahl für den Erwerb eines Gebäudes wäre die ehemalige Fortbildungsstätte der Bundeswehr an der Von-dem-Borne-Straße. Ich habe dazu bereits Kontakt mit der Bima (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) aufgenommen. Aber wie wir mittlerweile wissen, ist von dieser Seite keine schnelle Antwort zu erwarten“, berichtete hier Bürgermeister Hartmut König (CDU).

Für die Boostedter Eltern gilt es also weiterhin, geduldig zu bleiben und abzuwarten. Dennoch machte nicht nur die Betroffene, Birthe Nohrden, der Gemeinde das Angebot, diese in ihren Bemühungen zu unterstützen. „Wenn wir Unterschriften für eine Petition sammeln sollen, müssen Sie es nur sagen“, sagte sie.

Den Wunsch der Eltern formulierte am Ende noch einmal
Aileen Alfs-Kollbaum. „Ich wünsche mir, dass die Stimmen der Eltern und Kinder endlich gehört werden. Und dass die Kinder nicht nur irgendeinen Platz bekommen, sondern auch qualifizierte Betreuung erfahren“, erklärte die Kita-Beiratsvorsitzende und Vorsitzende der Elternvertretung der Boostedter Schule, an der sie auch als Lehrerin tätig ist.

In Sachen Betreuung gibt es in Boostedt allerdings noch ein weiteres Problem. Für die Kinder, die aus der Kita in die Schule wechseln, entsteht eine Betreuungslücke von bis zu sieben Wochen, da der Verein Rasselbande, der die Betreute Grundschule führt, es bisher ablehnt, die zukünftigen Erstklässler schon vor dem offiziellen Beginn des Schuljahres am 1. August aufzunehmen. Außerdem schließen Kita und Rasselbande in diesem Zeitraum gleichzeitig für drei Wochen. „Der Status der Kinder zwischen Kita und Schule ist ungeklärt. Das ist für die Eltern ein riesiges Problem, zu dem wir von der Politik jetzt ebenfalls eine schnelle Lösung erwarten“, so Alfs-Kollbaum.  



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