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Mitgliederversammlung : 5,5 Stunden Debatten und Streit beim Kinderschutzbund

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Turbulent und teilweise hitzig ging es zu. Der Rauswurf der Ehrenamtler wurde auch diskutiert

Neumünster | Sie war turbulent, teilweise hitzig, und sie dauerte stolze 5,5 Stunden: Die Mitgliederversammlung (MV) des Kinderschutzbundes war für alle Beteiligten sehr anstrengend. Teilnehmer der Versammlung am Dienstagabend im Restaurant der Holstenhallen berichten sehr unterschiedlich über den Abend.

„Die Sitzung verlief trotz der spürbaren Anspannung bei allen Mitgliedern größtenteils sachlich. Es wurde dennoch deutlich, dass sich der Kinderschutzbund weiter im Umbruch befindet und dass es unterschiedliche Sichtweisen zur weiteren Zukunft gibt“, teilte Geschäftsführer Till Pfaff gestern mit. Einige Mitglieder sprachen gegenüber dem Courier von „sehr gereizter Stimmung, teils chaotischen Zuständen durch schlecht vorbereitete Wahlgänge und einem oft hilflos wirkenden Vorstand“. In Vertretung der erkrankten Vorsitzenden Gudrun König hatte ihr Stellvertreter Hans Joachim Hellrung die Sitzung geleitet.

Nachträglich kam der „Fall Knut Matz“ auf die Tagesordnung. Matz ist einer der sieben Ehrenamtlichen, die im Herbst 2015 von Vorstand und Geschäftsführung an die Luft gesetzt wurden (der Courier berichtete). Er hatte sich im Februar 2016 in einem Leserbrief im Courier kritisch über den DKSB geäußert und wurde (unter anderem dafür) aus dem Verband ausgeschlossen. Dagegen legte er Widerspruch ein, und auf der MV durfte er das begründen. In einer geheimen Abstimmung bestätigte die MV anschließend aber den Rauswurf (43:37 Stimmen).

Auf der Versammlung wurde auch bekannt, dass der DKSB-Landesverband mehrfach versucht hat, ein Gespräch zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln und er sich als Mediator angeboten hatte. Das kam nach Aussage einer Vertreterin des Landesverbands nicht zustande, weil der Neumünsteraner Vorstand das abgelehnt habe. Diese Nachricht sorgte für Erstaunen im Saal.

Nach ausführlicher Diskussion der Jahresberichte und des Haushalts kam es zur Abstimmung über die Entlastung: Sie wurde dem Vorstand bei 25 Gegenstimmen erteilt. „Damit hat das höchste Organ des Verbands entschieden und hoffentlich der einseitigen öffentlichen Debatte ein Ende bereitet“, teilte dazu Till Pfaff mit.

Bei den Wahlen wurde der Vorstand wieder komplettiert. Neue stellvertretende Vorsitzende ist jetzt die Kinderchirurgin Dr. Bettina Boxberger (49). Mit Apothekerin Julia Meidel (41) und Juristin Johanna Heiser (32) wurden auch zwei Beisitzerposten neu besetzt.

Unerbetene Gäste sowie Vertreter der Presse waren von der Versammlung ausgeschlossen worden. Sie wurden durch die Polizei des Restaurants verwiesen (der Courier berichtete).

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erstellt am 15.Jun.2016 | 08:00 Uhr

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