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Müll-Lektionen : 440 Schüler in der Soko „Wilder Müll“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

TBZ-Praxistage: Umwelt-Theater entführte 440 Kinder in den vermüllten Wald. Parcours im TBZ: Spannende Lektionen über Wertstoffsammlung

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die Elfe Zilia ist entsetzt: In ihrem schönen Wald ist eine wilde Müllkippe. Da muss etwas geschehen! Friederike Jonas und Ingo Pauen vom Umwelt-Theater Unverpackt aus Bonn zeigten gestern unter dem Titel „Kleine Elfe in großer Gefahr“ bei den Praxis-Schultagen im Technischen Betriebszentrum ein spannendes Stück über Wegwerfmentalität und Abfallvermeidung. 440 Viertklässler wurden klassenweise durchgeschleust.

„Der Wald muss ganz schön was wegstecken“, stellte die Elfe gemeinsam mit Jogger Jo fest: Scherben können Tiere verletzen oder einen Waldbrand entfachen, unter Plastikfolien kann nichts wachsen, Batterien sind giftiger Sondermüll, kaputtes Spielzeug liegt herum. Ein Teddy, der ausgemustert wurde, sagt: „Ich bin jetzt Müll“. Die Elfe und der Jogger beschließen, eine „Soko WM“ – Sonderkommission wilder Müll – zu gründen. Mit lustigem Rap-Gesang, eingängigen Songs und einer rasanten Handlung – die Müllbiester entführen die Elfe, der Waldgeist muss sie mit einem Bannspruch befreien – präsentierte das Umwelt-Theater die zentrale Botschaft: Geschenke kann man auch anders oder gar nicht verpacken, Pappe kommt in die blaue Tonne, und für Sperrmüll-Abholung kann man dem TBZ eine Mail schicken und einen Termin vereinbaren. Beim Lied „Soko WM, das ist der Hit, da mach’ ich mit“ sangen alle begeistert mit und kreischen fröhlich, als Joe die Verpackungen für den gelben Sack und das Papier zum Recyclen mitnimmt. Und alle wussten gut Bescheid, was in welche Tonne muss.

Dann ging es hinaus auf das TBZ-Gelände zu diversen Stationen wie zum Beispiel beim Müllwagen. Frank Schawohl, Disponent für Winterdienst und Straßenreinigung, und Guido Dupont, Müllwerker und Ersatzfahrer, erklärten die grüne, blaue und schwarze Tonne und wie das Fahrzeug funktioniert – alle konnten in den „Bauch“ schauen, der zehn Tonnen Restmüll fasst. Auf dem Wertstoffhof lernten die Schüler bei Thomas Bender, dem Leiter des Schadstofflagers, was ätzende und giftige Schadstoffe sind oder was genau Elektroschrott ist. Mülltrennung ist tägliches Geschäft beim TBZ: Pro Jahr landen hier 1796 Tonnen gelbe Säcke, 11  635 Tonnen Bioabfälle, 18  534 Tonnen Restmüll, 6335 Tonnen Papier und Pappe, 392 Tonnen Elektronikschrott und 1727 Tonnen Sperrmüll.

Rüdiger Brandt, Leiter der Kanalisation, führte die Gruppen auf den 36 Meter hohen Mülldeponieberg und erzählte, dass unter der Grasdecke 980  000 Tonnen Hausmüll plus viel Bauschutt, Gewerbeabfälle und Klärschlamm – insgesamt 3,3 Millionen Tonnen. Die Schüler fanden es spannend: Josephine Schmidt (10) von der Klasse 4 c der Gartenstadtschule war das erste Mal beim TBZ. „Das Theater fand ich witzig“, sagte sie. Und haben sie und ihre Mitschüler auch schon mal Bonscherpapier weggeworfen? Ein zögerliches Ja. Dann sagen sie ganz entschieden: „Das machen wir jetzt aber nicht mehr.“ Ihre Lehrerin Katharina Huth war angetan von dem Programm: „Das ist informativ und schön strukturiert mit den einzelnen Stationen.“

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