40 Stunden Arbeit für „Stinkefinger“

20-Jähriger wegen Beleidigung verurteilt

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13. August 2019, 13:25 Uhr

Neumünster | Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort – manchmal auch das Gericht: Mit einer Verwarnung und 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit ahndet das Jugendgericht Neumünster die rüde Beleidigung von zwei Polizeibeamten im Rencks Park durch einen 20-Jährigen.

Die Autostreife war Ende März bei der Suche nach einer vermissten Person in der Stadt eingesetzt. Als sie im Verlauf der Fahndung langsam den Klostergraben entlangfuhr, um die Szenerie im Park zu beobachten, fühlten sich jugendliche Parkbesucher offenbar gestört – so auch der Angeklagte: Ohne direkten Kontakt zu den Beamten zu haben, zeigte er den Polizisten im Wagen den „Stinkefinger“.

Als die Beamten ausstiegen, um den jungen Mann zur Rede zu stellen, habe der sofort angefangen zu pöbeln, erinnerte sich eine junge Polizistin, die vor dem Jugendgericht als Zeugin aussagte. Zur Sache habe der Angeklagte nur immer wieder betont, dass er „nur getrunken“ habe: „Für mich klang das so, als wenn man sich alles erlauben darf, wenn man nur getrunken hat“, empörte sich die Zeugin.

Die Polizisten nahmen die Personalien auf und erteilten dem jungen Mann einen Platzverweis. Noch bei ihrer Abfahrt habe der Mann die obszöne Geste wiederholt, sagte die Polizistin. Sie und ihr Kollege hätten aber nicht mehr darauf reagiert.

Von der Jugendrichterin befragt, gab der 20-Jährige die Beleidigungen sofort zu. Als einzige Entschuldigung verwies er erneut auf seine Trunkenheit.

Der Richterin war das zu wenig: „Betrunken zu sein, ist keine Entschuldigung für Fehlverhalten!“ Sie sprach gegen den Heranwachsenden eine Verwarnung aus und brummte ihm als Sühne 40 Stunden gemeinnützige Arbeit auf.

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