zur Navigation springen

Tuch + Technik : 32 Prozent weniger Besucher im Museum

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Museum Tuch + Technik am Kleinflecken besuchten im vergangenen Jahr 7000 Gäste weniger als 2013.

von
erstellt am 13.Feb.2015 | 05:30 Uhr

Neumünster | Das Museum Tuch  +  Technik musste 2014 einen Einbruch der Besucherzahlen um rund 32 Prozent verkraften. Kamen 2013 noch 22 500 Gäste, waren es im vergangenen Jahr nur noch 15 500, darunter wie immer etwa zwei Drittel zahlende Besucher. Den Rückgang begründet Direktorin Astrid Frevert mit dem heißen Sommer 2014: „Für uns war das leider kein klassischer Museumssommer. Allerdings war uns klar, dass wir die Rekord-Zahlen aus dem Vorjahr nicht halten können.“

Das bestätigt auch die stellvertretende Museumsleiterin Karin Ruhmöller. „So sehr wir das gute Wetter als Privatpersonen mögen, so wenig profitieren wir davon als Museum. Ein weiterer Grund für den Besucherrückgang ist auch die Tatsache, dass insbesondere die Schulklassen nach der Leonardo-da-Vinci-Ausstellung erstmal komplett satt waren“, erklärt sie. Die Ausstellung über den weltberühmten Maler war neben „Nancy Crow – Color Improvisations“ im Jahr 2013 ein Zugpferd des Museums und kam vor allen bei Kindern sehr gut an.

Positiv aufgefallen ist den Museums-Verantwortlichen, dass sich der Anteil der Neumünsteraner Besucher von knapp unter 30 Prozent auf knapp über 30 Prozent erhöht hat. Auch über die Finanzen macht sich Astrid Frevert keine Sorgen: „Die Ratsversammlung hat uns Zuschüsse bewilligt. Trotzdem sind wir weiterhin auf externe Kooperationspartner angewiesen.“

Die Museumsdirektorin und ihre Kollegen sind guter Dinge, dass das laufende Jahr erfolgreich verlaufen wird. „Die Ausstellung ‚T-Shirts, Tüten und Tenside‘ wird bis zum 15. April verlängert, weil wir jetzt verstärkt Anfragen von Schulklassen erhalten“, sagt Karin Ruhmöller. Weitere Höhepunkte werden die Ausstellungen „Lili Marleen – ein Schlager macht Geschichte“ und „Hunger, Trümmer, Wohnungsnot“, die vom 27. Februar bis 31. Mai laufen.

„Lili Marleen ist eines der populärsten Lieder des Zweiten Weltkriegs und reicht in seiner Wirkung bis weit in die Nachkriegszeit hinein. Die Ausstellung thematisiert in Texten, Fotos, Soldatenbriefen und Plakaten die Entstehung und Verbreitung“, sagt Mitarbeiterin Dorothe Jacobs. Die Ausstellung „Hunger, Trümmer, Wohnungsnot“ zeigt auf Fotos von Walter Erben die Nachkriegszeit in Neumünster. Sie wird in der Fensterfront des Museums präsentiert.

Weitere Termine und Ausstellungen 2015: European Art Quilts VIII (22. Mai bis 23. August), Museumsnacht (30. Mai), Verliebt in Neumünster (12. Juni bis 4. Oktober), Webermarkt (10./11. Oktober), „Stretching – Textilkunst“ (30. Oktober 2015 bis 21. Februar 2016), Junge Fotografen in europäischen Museen (20. November 2015 bis 10. Januar 2016).

Kommentar: Auf die Jugend setzen!

Die nackten Zahlen wirken zunächst bedrohlich. 7000 Besucher weniger als im Vorjahr fanden 2014 den Weg ins Tuch+ Technik. Dennoch sollte man bei der Bewertung die Kirche im Dorf lassen. Schleswig-Holstein hatte 2014  das Glück, in den Genuss eines Rekordsommers zu kommen.  Bei 25 Grad lässt es sich am Strand deutlich besser aushalten als im Museum.  Dennoch müssen die Verantwortlichen  der Kulturverdrossenheit mit einem guten Programm entgegenwirken. Umso wichtiger ist es, dass das Museum seine Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie der VHS oder der Kinder- und Jugendbücherei weiter ausbaut. Auch für die Aktion „Kultur macht stark“ des Bildungsministeriums wurden erneut zwei Projekte genehmigt. So werden bereits die Jüngsten an kulturelle Themen herangeführt – und das sind zweifellos die potenziellen Museumsbesucher von morgen.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen