Neumünster : 30 Thesen zur Entscheidungshilfe

Felix Kahlcke (von rechts), Dietrich Mohr, Marco Maibaum und Stadtrat Carsten Hillgruber sind schon gespannt, wie der Lokalomat angenommen wird.
Felix Kahlcke (von rechts), Dietrich Mohr, Marco Maibaum und Stadtrat Carsten Hillgruber sind schon gespannt, wie der Lokalomat angenommen wird.

Neumünster beteiligt sich am Lokalomaten. Neun Parteien nehmen teil. Aussagen vom JVN erarbeitet.

shz.de von
13. März 2018, 08:01 Uhr

Knapp ein Dutzend Parteien mit ebenso vielen Wahlprogrammen treten bei der Kommunalwahl am 6. Mai in Neumünster an. Ein schweres Votum – gerade für Erstwähler. Erstmals soll der Lokalomat unschlüssigen Wählern mit ein paar Klicks eine Entscheidungshilfe geben.

Der lokale Bruder des Wahlomaten feiert seine Landes-Premiere gleich in zwei Städten: Kiel und Neumünster. „Schade, dass sich nur zwei Kommunen beteiligen, aber umso wichtiger, dass Neumünster zu den Vorreitern gehört“, erklärt Stadtrat Carsten Hillgruber. Die Stadt bezuschusst das innovative Online-Portal mit 4000 Euro, vom Land kommen weitere 3000 Euro.

Und so funktioniert der Lokalomat: 30 aktuelle kommunalpolitische Thesen, die auf Neumünster zugeschnitten sind, werden auf der Seite angezeigt, die von den Nutzern mit „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“ beantwortet werden können. Thesen können übersprungen werden. Diese werden bei der Berechnung des Ergebnisses dann ignoriert. Thesen, die den Nutzern besonders wichtig sind, können am Ende gewichtet werden. Dann wählt man die Parteien aus, die in den Vergleich einfließen sollen, und diese Parteien werden letztlich mit dem jeweiligen Grad der Übereinstimmungen ausgeworfen. Das ganze dauert etwa zehn Minuten.

Erarbeitet wurden die Thesen von sieben Ehrenamtlern des Jugendverbandes (JVN) unter der Leitung des Bundesfreiwilligen Felix Kahlcke. Welche Thesen das konkret sind, sei noch geheim. „Wir haben insgesamt 50 Thesen zusammengestellt, von denen wir am Ende 30 auf das Portal stellen werden“, erklärt der 20-Jährige. Wichtig bei der Erarbeitung des Aussagen-Kataloges sei gewesen, klare, eindeutige Thesen zu formulieren, ausgewogen alle gesellschaftlichen Bereiche einfließen zu lassen und Thesen zu wählen, bei denen auch Parteien des gleichen politischen Spektrums kontroverse Ansichten haben, erklärt Kahlcke weiter. Die 50 Thesen werden noch bis Freitag von den Parteien beantwortet. Diese geben nicht nur an, ob sie den Aussagen zustimmen oder nicht, sondern begründen das auch kurz. Auch wenn nur drei Parteien ihr Wahlprogramm für die Erarbeitung der Thesen zur Verfügung gestellt haben und die sieben Ehrenamtler sich zusätzlich anderweitig Inspiration holen mussten, war die Resonanz der Parteien sehr gut. „CDU, SPD, Grüne, BfB, FDP, Piraten, Linke, NPD und LKR beantworten die Thesen des Lokalomaten, die AfD wollte nicht“, so Kahlcke. Gespeichert werden die Ergebnisse nicht, „wir wollen niemanden beeinflussen, die Wahlentscheidung trifft jeder selbst“, betont Dietrich Mohr vom JVN. Freigeschaltet wird das Online-Portal ab Montag, 16. April.

www.lokal-o-mat.de

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