Messegelände in Neumünster : 30 Hektar für das Messe-Areal

Rund um die Holstenhallen (Mitte) tut sich was. Die Fläche für die Kleingärten (unten) könnte schrumpfen.
Rund um die Holstenhallen (Mitte) tut sich was. Die Fläche für die Kleingärten (unten) könnte schrumpfen.

Die Stadt hat eine 30 Hektar große Fläche zwischen Max-Johannsen-Brücke bis hin zur Max-Eyth-Straße gekauft: Projekte für die Messe-Achse können umgesetzt werden.

shz.de von
13. Dezember 2017, 08:00 Uhr

Neumünster | Knapp fünf Jahre nach der Vorstellung der ersten Pläne für die Entwicklung der Messeachse vom Bahnhof bis zu den Holstenhallen vermeldete Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras gestern Abend in der Ratsversammlung einen wichtigen Durchbruch. Die Stadt hat vom Bahn-Immobilienentwickler Aurelis für einen Millionenbetrag eine rund 30 Hektar große Fläche unter der Max-Johannsen-Brücke bis hin zur Max-Eyth-Straße gekauft. Damit können Pläne für einen Multifunktionsplatz, eine Umgehungsstraße um die Holstenhallen sowie eine Erweiterung der Verkehrsflächen umgesetzt werden.

Die Stadt ist nun Eigentümer des historischen Lokschuppens, von Teilen des Kombi-Verkehrsterminals sowie eines Großteils der Kleingartenanlage der Eisenbahner. „Der Verkauf ging am 1. Dezember überraschend über die Bühne. Nun erwartet uns viel Arbeit“, sagt Ute Spieler, Fachdienstleiterin Stadtplanung und Stadtentwicklung. Ziel sei es, auf der einen Seite Neumünster als Messestandort und wichtigen Eisenbahnknoten weiter zu stärken, aber auch einen Grüngürtel von der Kleingartenanlage über die Rendsburger Straße bis zum Stadtwald einzurichten. „Im Konzept der Messeachse sind Naherholung und Freizeit wichtige Aspekte“, sagt Ute Spieler.

Als erstes sollen in Kürze Gespräche mit den Kleingärtnern geführt werden. Hier könnten den Plänen folgend bei einer Erweiterung der Gewerbeflächen und für den Bau der Straße bis zu 50 der insgesamt 302 Parzellen wegfallen, meint der Vorsitzende der Bahn-Landwirtschaft, Manfred Bösselmann. „Viele haben schon aufgegeben und wir verpachten die Fläche nicht neu“, sagt er. Matthias Albrecht, designierter Geschäftsführer der Bahn-Landwirtschaft für den Bezirk Nord, sieht ohnehin Gesprächsbedarf. „Unser oberstes Ziel ist es, so viele Kleingärten wie möglich zu erhalten. Sie haben auch eine soziale Bedeutung“, erinnert Albrecht und bringt das Bundeskleingartengesetz ins Spiel: „Flächen einfach umzuwidmen, ist nicht möglich.“ Das hat die Stadt laut Ute Spieler auch nicht vor: „Wir suchen jetzt den Dialog und werden eine Lösung im Gespräch finden.“

Von den Plänen würden besonders die Holstenhallen profitieren. Sie könnten den Multifunktionsplatz als Ausstellungsgelände oder Parkplatz nutzen, über die neue Straße könnte Besucher- und Aussteller-Verkehr abfließen. Eine weitere 23 000 Quadratmeter große Fläche der ehemaligen Standort-Verwaltung neben dem Landeslabor an der Max-Eyth-Straße ist bereits gesichert. Kaufpreis: 230 000 Euro. „Wir investieren damit in die Zukunft“, sagt Hallen-Geschäftsführer Dirk Iwersen. Bis zu 600 Autos finden auf dem Gelände Platz.

Der Multifunktionsplatz könnte zudem für weitere Veranstaltungen, etwa den Jahrmarkt, genutzt werden.

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