Boostedt : 26 Polizisten sorgen im Schichtdienst für Sicherheit

Die Erstaufnahme in Boostedt auf dem ehemaligen Kasernengelände hat eine eigene Polizeistation mit 23 Beamten.
Die Erstaufnahme in Boostedt auf dem ehemaligen Kasernengelände hat eine eigene Polizeistation mit 23 Beamten.

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17. August 2018, 10:00 Uhr

Boostedt | Die Polizeipräsenz in Boostedt ist verstärkt worden. Die Zahl an Delikten in der Gemeinde(ohne Erstaufnahme) ist im Vergleich zu 2014 sogar ein bisschen zurückgegangen. Lars Brockmann von der Polizeidirektion in Bad Segeberg hat nachfolgende Zahlen (für 2018 gibt es noch keine Daten). Nicht mitgezählt sind in den Aufstellungen ausländerrechtliche Verstöße. Dazu zählen Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht und das Asylrecht.

>im Dorf:

2014:  223 Taten

2015:  196 Taten

2016:  173 Taten

2017:  207 Taten

Einfacher Diebstahl ist das häufigste Delikt:

2014:  47 Diebstähle

2015:  37 Diebstähle

2016:  53 Diebstähle

2017:  68 Diebstähle

Meist handelt es sich beim einfachen Diebstahl um Ladendiebstahl. Dieser hat sich von 9 in 2014 auf 43 in 2017 fast verfünffacht.

Deutlich zurückgegangen ist der schwere Diebstahl (2014:  77 / 2017:  37), und es gibt auch weniger Rohheitsdelikte (2014:  22 / 2017: 14).

>In der Flüchtlingsunterkunft haben sich die Vergehen fast vervierfacht:

2015:  33 Taten

2016:  69 Taten

2017:  126 Taten

In erster Line handelt es sich um Rohheitsdelikte (2015:  21 / 2017:  41). Es folgen einfacher Diebstahl (2015:  6 / 2017:  14) und schwerer Diebstahl (2015: 1 / 2017:  12) und sonstige Straftaten wie Vergehen gegen die öffentliche Ordnung, Beleidigung oder Sachbeschädigung (2015:  4 / 2017:  39).

Keine Angabe gibt es in der Statistik darüber, ob mehr Flüchtlinge von Boostedtern angezeigt werden oder ob es bei den Bürgern eine Hemmschwelle gibt, zur Polizei zu gehen. „Bei den aufgeklärten Straftaten wird zwar die Nationalität der/des Tatverdächtigen erfasst, jedoch nicht deren Flüchtlingsstatus. Allein aus der Angabe der Nationalität lässt sich allerdings nicht automatisch rückschließen, ob der/die Tatverdächtige Bewohner der Landesunterkunft oder andernorts wohnhaft ist“, erklärt Lars Brockmann.

Außerdem gibt es Straftaten gegen Flüchtlinge. „Insbesondere innerhalb der Landesunterkunft kommt es überwiegend zu Straftaten zwischen den Bewohnern“, erklärt Brockmann.


Es gibt mehr Ladendiebstähle

Die Polizeistation in der Boostedter Amtsverwaltung ist mit drei Beamten besetzt. Seit 1. Februar 2015 gibt es eine gesonderte Polizeistation in der Erstaufnahme. Diese Polizisten verrichten nicht nur innerhalb der Unterkunft ihren Dienst, sondern gehen auch ins Dorf. Die erste Aufstockung der Polizeistation in der Landesunterkunft Boostedt auf 15 Beamte gab es zum 1. August 2018. „Der aktuell bestehende Schwerpunktdienst verbunden mit dem Nachtstreifenkonzept wird ab sofort durch eine ständige Präsenz der Polizei in der Landesunterkunft in Boostedt am Tag und in der Nacht im Rahmen eines Schichtmodells abgelöst“, berichtet Lars Brockmann. Insgesamt setzt die Landespolizei ab dem 13. August dann fest 23 Polizeibeamte in der Polizeistation der Landesunterkunft ein. Die Polizeidirektion Bad Segeberg erhalte die notwendige Unterstützung aus der Landespolizei, sagt Brockmann. „Darüber hinaus befinden sich grundsätzlich zehn Polizeivollzugsbeamte der Bürogemeinschaft mit dem Landesamt auf dem Gelände der Landesunterkunft und stehen ebenso wie die drei Polizeibeamten der örtlichen Polizeistation für besondere polizeiliche Einsatzlagen zur Verfügung.“

Nach dem Hilferuf des Boostedter Bürgermeisters hat der Innenminister nicht nur personell aufgestockt. Seit dem 9. August ist die Polizeistation in der Erstaufnahme rund um die Uhr besetzt. Außerdem wurde die Streifenwagenpräsenz im Dorf vermehrt.




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