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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 04:24 Uhr

Aukrug : 26 Kirchenfenster wurden aufpoliert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Alle 26 Bleiglasfenster der Aukruger Kirche wurden ausgetauscht. Die Kirchenrenovierung ist abgeschlossen.

Aukrug | Die Kirche in Innien präsentiert sich wieder mit ihren kunstvoll gestalteten bunten Kathedralglasfenstern. Alle 26 Fenster mit ihren Tausenden von mit Blei eingefassten Glaselementen waren Anfang Juni ausgebaut und zwecks Restauration zu einer Spezialwerkstatt am Niederrhein verfrachtet worden. Auch die übrigen Renovierungsmaßnahmen im Aukruger Gotteshaus sind bis auf ein paar noch ausstehende Malerarbeiten abgeschlossen.

„Dann haben wir jetzt für die nächsten 100 Jahre Ruhe?“, fragte Pastorin Christina Leykum, als bei der abschließenden Baubesprechung die restaurierten Fenster der Kirche in Innien begutachtet wurden. „Für die nächsten Jahrzehnte wird es keinen Anlass geben, sich über die Fenster Gedanken machen zu müssen“, entgegnete Glasmalermeister Michael Heymann von der Werkstatt aus Kevelaer. Drei Monate waren sämtliche Fenster der Aukruger Kirche in Heymanns Werkstatt am Niederrhein, wo sie einer Spezialbehandlung unterzogen wurden. Bei einer Baubegehung des Kirchenkreises hatte man schon vor fünf Jahren erhebliche Schäden an den Aukruger Kirchenfenstern diagnostiziert. Die noch aus der Zeit des Kirchenbaus (1893) stammende Bleiverkleidung der handgeschöpften Tischkathedralgläser zeigte deutliche Ermüdungserscheinungen, wodurch sich die Fenster wölbten und die Gefahr bestand, dass die Fenster reißen und die Malschichten auf der Verglasung durch Kondenswasser beschädigt werden.

„Das Bleinetz in den Fenstern ist sehr dünn und fein, was für eine besondere Ästhetik sorgt“, erklärte Claudia Schumacher vom Glassachverständigenbüro Rauch (Koblenz) bei der abschließenden Inspektion der Restaurationsarbeiten. „In den schönen farbigen Fensterbereichen wurde deshalb versucht, das originale Bleinetz zu erhalten.“ Alle Fensterelemente wurden gereinigt, gebrochene Gläser ausgetauscht und Bleibrüche gelötet. In den nur mit Spitzrauten verzierten Fenstern wurden die Bleiverkleidungen erneuert. Die kunstvoll gestalteten Fenster haben zudem eine Schutzverglasung bekommen, welche die kostbaren Glasmalereien vor Kondenswasser und Wind schützen soll. „Diese Schutzverglasung hat durchaus ihren Charme“, befand Christina Leykum. „Es stört von außen überhaupt nicht, dass nun noch anderes Glas vor den Fenstern ist.“

„Das ist unglaublich schön geworden“, lobte Elke Rixen vom Kirchengemeinderat das Ergebnis der Fensterrestauration. „Die Arbeit ist sehr gelungen“, meinte auch Kirchenfenster-Expertin Claudia Schumacher.

Die übrigen Renovierungsarbeiten in der Kirche sind ebenfalls abgeschlossen: die Wärmedämmung des Dachbodens und der Luftluken, die Überprüfung aller elektrischen Leitungen, die Reparatur der Schallluken und Fenster, die Erneuerung der Lampenkästen, das Anstreichen der Gauben sowie umfangreiche Malerarbeiten im Kircheninnern. Zu den Baukosten wollte Architekt Uwe Kekeritz jetzt keine Angaben machen. Bei Baubeginn waren die Gesamtkosten inklusive Fensterrestauration auf 85 000 Euro geschätzt worden.


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