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Holsteinischer Courier

22. August 2017 | 12:00 Uhr

25 Minuten von Plön nach Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Martin Schlünß aus Wankendorf will die stillgelegte Bahnstrecke reaktivieren

Es gibt einen neuen Vorstoß, um die stillgelegte Bahnstrecke zwischen Neumünster und Plön wiederzubeleben. Der Wankendorfer Martin Schlünß stellt ein Konzept vor, dass auf das Miteinander von Bus und Bahn setzt. Zurzeit sammelt der 38-Jährige Unterschriften, um Mitstreiter für seinen Plan zu gewinnen.

„Sonnabends fährt der letzte Bus nach Neumünster um 13.09 Uhr, nach Plön um 15.13 Uhr“, sagt Martin Schlünß.
Die Gemeinde sei deutlich schlechter angebunden als etwa Bordesholm, Nortorf, Aukrug oder Großenaspe. Mit den kleinem Dörfern rundherum seien etwa 10 000 Menschen betroffen. Wer jetzt von Neumünster nach Plön gelangen möchte, braucht mit dem Bus etwa eine Stunde. Schlünß will das ändern: „Per Bahn kommt man in nur 25 Minuten von Neumünster nach Plön“, sagt er. Von Wankendorf wäre man dann in 12 Minuten in Neumünster und in 13 Minuten in Plön. Haltepunkte könnten Neumünster, Bokhorst, Wankendorf, Ascheberg und Plön sein. Die Strecke zwischen Neumünster und Ascheberg wurde 1886 eröffnet, Menschen werden seit 1985 nicht mehr befördert. Die Bahnstrecke ist seit 1995 gar nicht mehr in Betrieb, bis dahin wurden noch Güter transportiert. Nur die Draisinenfreunde befahren sie noch. Doch die Strecke ist noch nicht entwidmet worden, das heißt sie könnte wieder in Betrieb genommen werden. Einen Anbieter dafür zu finden, ist nach Schlünß nicht das Problem. Weil die Strecke so schnell sei, sei sie auch wirtschaftlich.

Der Plan von Schlünß geht noch weiter: Die Busse, die dann nicht mehr zwischen Neumünster und Plön pendeln, sollen anders eingesetzt werden: Sie befördern die Menschen von ihren Wohnorten nach Wankendorf, von wo es dann schnell per Bahn nach Neumünster oder Plön geht. Schlünß schwebt vor, dass die Busse dann teilweise sogar fast bis vor die Haustür fahren könnten.

Martin Schlünß ist Mitglied im Förderverein Ostholsteinbahn, der sich für die Reaktivierung der Strecke einsetzt. Er ist selbstständig, viel mit der Bahn unterwegs und kennt die Probleme in Sachen Anbindung. Die Kombination von Bahn und Bus ist für ihn die Lösung. Dabei hofft er auch auf Fördermittel vom Land. „In Wankendorf hätten wir den Halt mitten im Ort. Das würde auch das Zentrum beleben, und außerdem steht dort ein Parkplatz für die Pendler zur Verfügung“, sagt er. Mit der besseren Verkehrsanbindung würde seiner Meinung nach nicht nur Berufstätigen, Schülern und Familien geholfen, sondern sie könnte auch dem Tourismus dienen.

Jetzt wirbt Wankendorf für seine Idee. Er legt Informationskarten und Unterschriftenlisten aus, denn nur wenn er den Rückhalt von den Bürgern hat, kann er bei Politik und Wirtschaft Druck machen. Außerdem ist Martin Schlünß bereit, sein Konzept in den Gemeinden vorzustellen.

www.schienenbusse.de
Facebook: Wankendorfer Fahrgäste



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erstellt am 14.Feb.2014 | 13:40 Uhr

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