Selbsthilfegruppen : 25 Jahre Hilfe zur Selbsthilfe

Die Veranstalter des Selbsthilfetages im Freesen-Center sind Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger als Schirmherrin (von links), Andrea Osbahr und Doris Krusche von der ZKS sowie Ulf Kienast vom DRK Neumünster.
Die Veranstalter des Selbsthilfetages im Freesen-Center sind Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger als Schirmherrin (von links), Andrea Osbahr und Doris Krusche von der ZKS sowie Ulf Kienast vom DRK Neumünster.

Die Zentrale Kontaktstelle für Selbsthilfe veranstaltet einen Selbsthilfetag zum Jubiläum. 17 Gruppen stellen sich vor. 90 Gruppen gibt es in und um Neumünster und Umgebung.

shz.de von
02. März 2017, 10:00 Uhr

Neumünster | Für Menschen mit einem schweren Leiden ist es oft nicht leicht, tieferes Verständnis in ihrem Umfeld zu finden. Freunde und Familie können Mitleid zeigen, aber nicht wirklich nachempfinden, was der Betroffene durchmacht. Eine Lösung bieten Selbsthilfegruppen. Diese zu unterstützen, macht sich die Zentrale Kontaktstelle für Selbsthilfe (ZKS) des Deutschen Roten Kreuzes seit 25 Jahren zur Aufgabe. Zum Jubiläum veranstaltet die ZKS am Sonnabend, 11. März, von 11 bis 16 Uhr einen Selbsthilfetag im Freesen-Center an der Wasbeker Straße 330. Neben der Kontaktstelle selbst stellen sich 17 verschiedene Gruppen und Initiativen an interaktiven Informationsständen vor. Schirmherrin der Veranstaltung ist Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger.

„An den Ständen geht es etwa um Themen wie Krebs, Schmerz, Depression, Sucht oder Multiple Sklerose“, erklärt Andrea Osbahr, die Leiterin der ZKS. Zum ersten Mal beim Selbsthilfetag dabei ist der Bund der Organtransplantierten. Die Gruppe Chronischer Schmerz bietet Mitmach-Bewegungen an. Die Gruppe CRPS/Morbus Sudeck (eine Erkrankung, die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in Gliedmaßen verursacht) stellt Rollstühle für nicht Betroffene bereit, die auf diese Weise einen Perspektivwechsel erleben können.

Anwesend sein wird auch Diethard Lienke, der die ZKS Neumünster 1992 gründete. Zu Beginn betreute er zehn Selbsthilfegruppen. Von 1996 bis 2002 übernahm Theo Siepmann die Leitung und baute die Kontaktstelle weiter aus. Mittlerweile kümmern sich Leiterin Andrea Osbahr und ihre Mitarbeiterin Doris Krusche um etwa 90 Gruppen und damit rund 1000 Betroffene in und um Neumünster. Das Angebot ist durchweg kostenlos. Die 70  000 Euro an jährlichen Kosten werden finanziert durch die gesetzlichen Krankenkassen, vom Land und der Stadt Neumünster sowie durch die Deutsche Rentenversicherung Nord.

An die 30 Gruppen finden beim DRK in der Schützenstraße Platz. „Es gibt nichts, was es nicht gibt“, antwortet Andrea Osbahr, gefragt nach den verschiedenen Themen. „Aber für Angehörige gibt es grundsätzlich sehr, sehr wenig. Die sind meist so eingespannt, dass sie sich kaum organisieren können.“ Auch sei das Selbsthilfegeschehen sehr viel schnelllebiger geworden. „Gruppen gründen sich schnell und gehen schnell wieder ein. Für uns ist das mit mehr Arbeitsaufwand verbunden. Der Trend geht hin zum offenem Treff, weil der Wille zu längerer Bindung und Verantwortung abnimmt.“

Die ZKS vermittelt nicht nur an Selbsthilfegruppen, sondern auch an Fachtherapeuten und Betreuer aller Art. Viele suchen laut Andrea Osbahr Informationen, weil sich die Sprechzeiten beim Arzt immer mehr reduziert hätten.

Welche Beschwerde man auch habe, ob man eine Gruppe suchen oder gründen wolle, man solle einfach die ZKS anrufen. „Bei seltenen Problemen suchen wir auch in größerer Entfernung zu Neumünster. Irgendetwas oder irgendwen finden wir immer“, verspricht Andrea Osbahr. „Nachbar“ auf Seite 9

Kontakt und weitere Infos zur ZKS unter der Tel. 419119 oder E-Mail: zks@drk-nms.de.
 

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen