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24 mögliche Windräder rufen 150 Aukruger auf den Plan

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

von
erstellt am 19.Mai.2017 | 15:11 Uhr

200 Hektar Vorrangflächen mit Platz für zwei Dutzend 200 Meter hohe Windkraftanlagen: Wenn die Planer der Landesregierung ihr Konzept verwirklichen, wird sich das Erscheinungsbild der Gemeinde Aukrug ganz erheblich verändern.

„Wir haben vor zwei Jahren im Gemeinderat den Beschluss gefasst, dass wir in Aukrug keine Windkraftanlagen haben möchten, weil sich bei uns Natur und Tourismus entwickeln sollen“, erklärte Bürgermeister Nils Kuhnke zum Auftakt der Einwohnerversammlung am Donnerstag. „Was mich stark belastet, ist nicht, dass wir Windkraft bekommen sollen, sondern die Menge der Anlagen: 200 Hektar Vorrangflächen sind mehr als vier Prozent der Gemeindefläche“, sagte Kuhnke.

Den über 150 Einwohnenr, die sich im Versammlungsraum in Innien drängten, wurde von Landschaftsplanerin Sabine Franke erläutert, was das Land vorhat: Als Vorrangflächen sind insgesamt fünf Areale ausgewiesen, die sich alle in den Randbereichen der Ortsteile Böken und Bünzen befinden. „Ich hätte nie gedacht, dass wir jemals über Windkraft im Aukrug diskutieren müssten“, meldete sich der Gründungsvorsitzende des Naturschutzrings, Detlef Ratjen, zu Wort. Aukrug habe neben 1000 Hektar Wald weitere 1000 Hektar mit Auenlandschaften, Wiesentälern, Mooren und Naturdenkmälern zu bieten, erklärte der Mitbegründer des „Aukruger Wegs“: „Unsere Landschaft hat so viele Vorzüge, dass man ihr das nicht antun darf! Es muss in Schleswig-Holstein auch Regionen geben, wo keine Spargel stehen!“

„Nur zu sagen: ‚Wir wollen das nicht! Das passt uns nicht!‘ reicht nicht“, betonte Jörg Rowehl, „wir müssen fundierte Argumente haben.“ Der Vorsitzende des Aukruger Bunds für Natur- und Landschaftsschutz regte an, der Gemeinde Beobachtungen von zum Beispiel Wespenbussarden oder Rotmilanen mitzuteilen. In einer Gemeinderatssitzung in der zweiten Junihälfte soll die Stellungnahme der Kommune zum Windkraftflächenkonzept des Landes verabschiedet werden.

„Ich gehe nicht davon aus, dass wir ganz ohne Vorranggebiete aus der Sache rauskommen werden“, sagte Kuhnke am Ende der zweistündigen Einwohnerversammlung: „Was wir nicht wollen, ist das massenhafte Aufstellen von Windkraftanlagen, das den Charakter von Aukrug zerstört.“  




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