Amtsgericht Neumünster : 2100 Euro Geldstrafe für Diebestour durchs DOC

In zehn Boutiquen im Design Outlet Neumünster ließ die Angeklagte Kleidung mitgehen. Jetzt musste sie sich vor dem Amtsgericht verantworten.

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03. Februar 2018, 14:00 Uhr

Mit einer Geldstrafe von 2100 Euro bezahlt eine 36-jährige Hamburgerin eine umfangreiche Diebestour durchs Designer Outlet Center (DOC) und die Holsten-Galerie. Wegen Diebstahls in zehn Fällen und einem versuchten Diebstahl wurde sie am Freitag nach kurzer Verhandlung vor dem Amtsgericht verurteilt.

Die gut aussehende Türkin hatte sich offenbar von ihrem damaligen Lebensgefährten zur Klau-Tour durch die Einkaufszentren überreden lassen. Während ihr Part sich darauf beschränkte, teure Hosen, T-Shirts oder Handtaschen auszusuchen, konzentrierte sich ihr Begleiter – gegen ihn wird gesondert ermittelt – darauf, die Warensicherung an den Sachen mit einem mitgebrachten Magneten auszuschalten.

Das funktionierte offenbar erstaunlich gut. Gleich in zehn verschiedenen Boutiquen des DOC bedienten sich die beiden, ohne dass ihre Masche aufflog. Das Pärchen schleppte Waren im Wert von rund 900 Euro aus dem Einkaufsparadies.

Erst als das Diebes-Duo seinen Trick in einem Dessous-Laden in der Holsten-Galerie wiederholen wollte, ging die Sache schief. Diesmal sollte sie den Preis an der Ware mit dem Magneten manipulieren. Prompt löste sie Alarm aus, die Einkaufstour war zu Ende.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, redete die Angeklagte nicht lange um den heißen Brei herum, sondern räumte die Diebstähle vorbehaltlos ein. Nur beim ersten Mal habe sie noch Angst gehabt, aber ihr damaliger Verlobter, mit dem sie zwei Kinder hat , habe sie beruhigt: „Wenn etwas schief geht, sollte ich einfach loslaufen.“ Als es aber soweit war, „konnte ich einfach nicht wegrennen, ich war wie gelähmt. Es tut mir alles furchtbar leid!“

Das Gericht mochte ihr zwar glauben, dass nicht sie, sondern ihr Ex-Verlobter die treibende Kraft auf der Diebestour war – zumal er ein langes und einschlägiges Vorstrafenregister aufweist. Dass sie sich einfach nur mitreißen ließ, wie sie betonte, mochte ihr der Staatsanwalt aber auch nicht ohne weiteres abnehmen. Er verwies darauf, dass die Hamburgerin nur drei Wochen vor der Spritztour durchs DOC in Hamburg ebenfalls wegen Diebstahls verurteilt wurde. Weil die vierfache Mutter derzeit von Arbeitslosengeld II lebt, darf sie die Geldstrafe in monatlichen Raten von 40 Euro abstottern.

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