Sparkasse Südholstein : 2013 erneut kein Gewinn

Sparkassen-Chef Andreas Fohrmann (rechts) und sein Vorstandskollege Martin Deertz stellten gestern die Jahresbilanz 2013 vor.
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Sparkassen-Chef Andreas Fohrmann (rechts) und sein Vorstandskollege Martin Deertz stellten gestern die Jahresbilanz 2013 vor.

Neuausrichtung sieht strikte Konzentration auf die Region vor

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14. Juni 2014, 06:30 Uhr

Neumünster | Im vergangenen Jahr benötigte die Sparkasse Südholstein – zum zweiten Mal nach 2009 – eine Kapitalspritze. 60 Millionen Euro stellte die Sparkassenorganisation zur Stützung bereit. Gestern stellte der neue Vorstandsvorsitzende Andreas Fohrmann die Bilanz für das Geschäftsjahr 2013 vor. Unter dem Strich steht eine schwarze Null.

Fohrmann sieht sein Institut damit auf einem guten Weg. Mit einer neuen Kapitalstruktur habe man die „Basis für künftiges Wachstum aus eigener Kraft“ geschaffen. So stellt die Sparkassenorganisation weitere 55 Millionen Euro zur Verfügung. Damit sollen stille Einlagen abgelöst werden, die nach den neuen strengeren Richtlinien („Basel III“) nur noch zum Teil auf das Eigenkapital der Sparkasse angerechnet werden können.

Kernpunkte des für die kommenden sechs Jahre aufgestellten Sanierungsplans sind eine Stärkung des regionalen Geschäfts und weitere Kostensenkungen. Im Firmenkundenbereich will man sich künftig strikt auf die Region konzentrieren. Kredite an Kunden außerhalb des Geschäftsgebiets soll es nicht mehr geben.

Langfristiges Ziel ist es, die Kosten je erzieltem Euro auf 70 Cent zu senken. „Im Moment liegen wir bei 85, 2013 waren es 88 Cent. Das zeigt, dass es noch ein weiter Weg ist“, sagte Fohrmann. Erst in vier bis fünf Jahren rechnet er damit, dass die Sparkasse wieder Überschüsse erwirtschaftet und aus eigener Kraft Eigenkapital bilden kann.

Beim – schon 2013 angekündigten – Abbau von 130 Personalstellen sei man weiter als geplant. Bisher sei es gelungen, Kündigungen zu vermeiden, so Fohrmann. Weitere Filialschließungen schloss er aus. Aktuell hat die Sparkasse Südholstein 980 Mitarbeiter. Anfang 2015 könnten es kurzfristig wieder mehr werden, denn Südholstein will dann einst an den Sparkassendienstleister NRS ausgelagerte Aufgaben und Mitarbeiter wieder ins eigene Haus zurückholen. Die Rede ist von bis zu 70 NRS-Mitarbeitern. Langfristig soll die Mitarbeiterzahl aber sinken.

Durch schlankere Prozesse in der internen Organisation erhofft sich die Sparkasse „Einsparungen im unteren einstelligen Millionenbereich“, machte Martin Deertz deutlich. Er wurde am Donnerstag wieder zum Vorstand bestellt.

Erstmals seit 2009 stieg das Volumen der Kundeneinlagen wieder – auf jetzt auf 3,1 Milliarden Euro. 540 Millionen Euro neue Kredite bedeuten ein Plus von 22 Prozent. Der Gesamtbestand an Krediten ging aber auf gut 4 Milliarden Euro zurück. Der Grund: Kunden lösten niedrig verzinste Anlagen auf, um bestehende Darlehen zu tilgen. Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 5,132 Milliarden, die Kernkapitalquote auf 9,43 Prozent.

Standpunkt

Seit fünf Jahren ist man von der Sparkasse Südholstein negative Schlagzeilen gewohnt. Die Ertrags- und Kapitalschwäche sowie die immensen Belastungen durch die Beteiligungen an der HSH Nordbank verhagelten seit 2009 die Bilanzen, machten die Sparkasse  zum Stützungsfall und  kosteten zwei Vorstandsvorsitzende den Job. Es bleibt zu hoffen, dass der neue Vorstandschef Andreas Fohrmann mehr Fortune hat. Die schon vom alten Vorstand eingeleitete Neuausrichtung wird noch ein harter und steiniger Weg. Die Fokussierung auf das regionale Geschäft ist aber richtig. Hier in der Region ist die Sparkasse wichtiger Partner und Kreditgeber für Firmen und Privatkunden.

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