Notquartier in der Sporthalle : 200 Flüchtlinge sind schon da

Müde und erschöpft, aber geduldig reihen sich die Flüchtlinge in die Warteschlange vor dem medizinischen Zentrum ein. Jeder Neuankömmling wird nach seiner Ankunft zunächst ärztlich untersucht.
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Müde und erschöpft, aber geduldig reihen sich die Flüchtlinge in die Warteschlange vor dem medizinischen Zentrum ein. Jeder Neuankömmling wird nach seiner Ankunft zunächst ärztlich untersucht.

Die ersten 200 Flüchtlinge sind am Wochenende in die Sporthalle der Gemeinschaftsschule Brachenfeld eingezogen.

shz.de von
13. Juli 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | In der zur Notunterkunft für Flüchtlinge umfunktionierten Sporthalle der Gemeinschaftsschule Brachenfeld sind am Wochenende die ersten 200 Flüchtlinge eingezogen. Bereits am Sonnabend waren 127 Menschen aus dem Irak, Syrien, Afghanistan und Eritrea in dem Notquartier am Pestalozziweg aufgenommen worden. Gestern Nachmittag erhöhte sich ihre Zahl auf knapp 200. Das Notquartier kann maximal 400 Menschen aufnehmen.

Die Flüchtlinge waren zunächst in der Landesunterkunft am Haart empfangen worden, von dort wurden sie nach der Registrierung per Taxi zum Pestalozziweg gefahren. Dort werden sie zunächst ärztlich untersucht. „Sollte jemand mit einer infektiösen Krankheit dabei sein, geht er sofort zurück zum Haart. Dort haben wir eine Quarantäne-Station“, sagte Ulf Döhring, Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung. Am Sonnabendnachmittag wurde ein solcher Fal bekannt.

Im Landesamt wurden in der vergangenen Woche insgesamt 1250 Flüchtlinge neu aufgenommen. „Sonst haben wir etwa 80 am Tag“, beschrieb Ulf Döhring den derzeit außergewöhnlich starken Andrang. Neumünster und Boostedt seien überbelegt, stünden im Vergleich zu anderen Städten aber „immer noch vertretbar“ dar.

Um die Lage wieder zu entspannen, werden in Boostedt derzeit 100 weitere Plätze eingerichtet, weitere 100 Flüchtlinge sollen nach Eutin gehen. Rund 400 Flüchtlinge aus Boostedt sollen in dieser Woche, 500 Flüchtlinge aus Neumünster in der kommenden Woche auf die Kreise verteilt werden.

Auch Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger machte sich am Sonnabend ein Bild von der Situation in der Schule. „Viele Flüchtlinge scheinen wirklich sehr erschöpft zu sein“, sagte sie.

Die Ankunft der Flüchtlinge wird auch in den sozialen Netzwerken heiß diskutiert. Die Facebook-Gruppe „Hilfe für Flüchtlinge an der GS Brachenfeld“ kommt dabei gänzlich ohne Stammtischparolen aus. Einige Mitglieder der Gruppe haben sich am Sonnabend spontan getroffen und Kleidung und Spielzeug vorbeigebracht.

 

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