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Aktion Adventslicht : 200 000 Euro Spenden in 24 Jahren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In all den Jahren wurden fast 2800 Kinder mit Kleidung oder Therapiehilfen bedacht.

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2016 | 17:32 Uhr

Neumünster | Es ist eine stolze und zugleich etwas traurig stimmende Bilanz: Die Aktion Adventslicht der Aktionsgemeinschaft zur Förderung Behinderter und Benachteiligter lief gerade zum 24. Mal und hat wieder unverschuldet in Not geratenen Familien mit geholfen. Bei der Aktionsgemeinschaft wurde jetzt einmal gerechnet: In all den Jahren wurde die stolze Summe von rund 200 000 Euro gespendet und verteilt. „Wir konnten so 2780 Kindern helfen. Häufig stand das behinderte Kind im Fokus unserer Anstrengungen“, sagt Uta Winkelmann, Sprecherin der Aktionsgemeinschaft. Der Courier ist von Anfang an Partner der Aktion. 2015 war die Rekordsumme von 15 315 Euro zusammengekommen (der Courier berichtete).

Gerade Familien mit behinderten Kindern haben es nicht immer leicht – und wenn der Papa arbeitslos geworden ist oder Krankheit oder sogar ein Todesfall eine Krise auslöst, ist nicht nur der Etat schmal, sondern auch die seelische Situation in den Familien kritisch. Die Aktion Adventslicht half mit Bekleidung, Schuhen, aber auch therapeutischem Spielzeug, Betten und Bettwäsche, wegen besonderer Situationen wurde auch Nachhilfeunterricht finanziert. „Es bestand immer großer Bedarf, die Familien waren sichtlich erleichtert, als sie diese Hilfen erhielten“, sagt Ehrenfried Boege. Wenn es in jeder Stadt ein solches Adventslicht gäbe, könnte man sehr viele Notfälle vermeiden, ergänzt er nachdenklich.

„Manchmal sind es aber auch die kleinen Dinge, die helfen“, sagt Uta Winkelmann und erzählt von einem allein erziehenden Vater, für dessen Söhne das Adventslicht Kleidung und anderes spendierte. Als der Einkauf vorbei war, dunkelte es bereits – und der Vater hielt seine Kinder an, die Fahrräder zu schieben. „Sie hatten schlichtweg kein Geld, um vernünftige Beleuchtung zu kaufen. Das haben wir dann getan“, sagt Uta Winkelmann.

Vorsitzender Ehrenfried Boege, der persönlich die meisten Familien im vergangenen Jahr betreute, liegt der menschliche Kontakt am Herzen: „Das zeigt den Betroffenen in der hochsensiblen Adventszeit, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind.“ Er war auch dabei, als in der Fahrradbörse am Haart schon zum zwölften Mal schicke Räder an mehrere Familien übergeben wurden. Die gebrauchten Räder hatten die Werkstatt-Mitarbeiter von Gordon Horter auf Vordermann gebracht. „Unsere Motivation ist: Wenn es uns gut geht, wollen wir helfen. Bei der Aktion Adventslicht wird Direkthilfe mit persönlichem Einsatz geleistet. Außerdem geben Fahrräder den Kindern und Jugendlichen persönliche Freiheiten für den Weg zur Schule und für Freizeitaktivitäten wie Ausflüge oder Sportverein“, betonte Horter. Dementsprechend freuten sich die Kinder über ihre neuen Räder.

Die persönlichen Begegnungen bleiben auch nach der Adventszeit unvergesslich. Uta Winkelmann hatte traditionell kurz vor Weihnachten das Frauenhaus besucht und wieder einen Weihnachtsbaum, Süßigkeiten und Orangen, Mandarinen, Äpfel und Stollen sowie Würstchen vorbeigebracht. Man kam ins Gespräch. „Ich habe mich mit mehreren Frauen unterhalten und war erstaunt, wie die Frauen trotz ihrer oft harten Schicksale voller Zuversicht in die Zukunft schauten. Das war beeindruckend“, sagt sie.

Und auch eine 25. Jubiläums-Ausgabe des Adventslichts wird es wieder geben. Im kommenden Advent.

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