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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 07:43 Uhr

Altenplanung : 200 000 Euro für Quartiersmanager

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Deutsches Hilfswerk der Lotterie gab jetzt grünes Licht für zwei Projekte der Awo-Pflege am Wasserturm und in Wittorf / Partizipation ist wichtig

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Wenn Menschen älter werden, wollen sie so lange wie möglich in ihrem Zuhause und in ihrem Stadtteil bleiben. Das ergaben Umfragen im Viertel rund um den Wasserturm und das dortige Awo-Seniorenheim und in Wittorf (der Courier berichtete). Dafür sind entsprechende Angebote für Ältere und ein gutes Netzwerk nötig. Um diese in den zwei Gebieten aufzubauen, sollen zwei Quartiersmanager angestellt werden. Dafür erhielt die Awo-Pflege jetzt 200  000 Euro vom Deutschen Hilfswerk der Fernsehlotterie. Stadtrat Carsten Hillgruber, Romi Wietzke, Leiterin des Seniorenbüros, und zwei Vertreter der Awo-Pflege stellten gestern die Pläne vor.

„Die Stellen für die Quartiersmanager sind ausgeschrieben. Sobald sie besetzt sind, kann es losgehen“, sagte Franz-Ulrich Löning-Hahn, Leiter der Awo-Wohnpflege und Service GmbH. Mit der Förderung werden 80 Prozent der Personalkosten gedeckt, 20 Prozent zahlt die Awo-Pflege.

Die Stadt arbeitet seit 2012 an einer strategischen Altersplanung. „Der demografische Wandel sitzt uns im Nacken“, sagte Romi Wietzke. Workshops und Umfragen wurden ausgewertet, der prozentuale Anteil Älterer und der Zuwachs bis 2030 ermittelt. Im Stadtteil Wittorf mit 5500 Einwohnern wäre es die Aufgabe eines Quartiersmanagers, im Projektzeitraum von drei Jahren regelmäßige Netzwerktreffen von Institutionen wie Schule, Sportverband, Stadtteilbeirat, Feuerwehr und weiteren Vereinen zu knüpfen. „Es könnten niedrigschwellige Angebote wie Kuchenbacken, aber auch konkrete Kooperationen zwischen Kita und Seniorenheim sein“, so Anike Ohmes, landesweite Koordinatorin Quartiersentwicklung der Awo-Pflege. Die bereits gute Vernetzung im Stadtteil sei eine gute Basis.

Rund um den Wasserturm mit etwa 1500 Menschen bietet sich ein anderes Bild: Es gibt viele Menschen mit Migrationshintergrund, multikulturelle Bevölkerung, Verständigungsprobleme oder auch fehlendes Wissen über mögliche Hilfsangebote. „Hier könnte eine Quartiersentwicklung Menschen durch gemeinsame Aktivitäten wie Kulturpatenschaften, Kochen oder ein Repair-Café zusammenbringen. Aber auch auf die steigende Zahl Älterer mit Migrationshintergrund muss reagiert werden“, so Anike Ohmes. An beiden Standorten sei eine umfassende Information der Menschen wichtig und nötig.

Was genau passiert, hängt von den Wünschen und Ideen der Menschen vor Ort ab, betonte Löning-Hahn: „Das Besondere bei einer Quartiersentwicklung ist, dass wir nicht etwas vorgeben, sondern die Partizipation der Menschen vor Ort wichtig ist.“ Daher sei das Sammeln von Wünschen und Ideen durch Bürgerversammlungen oder mit Hilfe eines zu gründenden Quartiersbeirats sinnvoll.

Wer sich informieren oder mitmachen möchte, meldet sich bei Löning-Hahn, Tel. 55 59 55 55, oder bei Anike Ohmes, Tel. 04 31 / 5 33 30 31, E-Mail: anike.ohmes@awo-sh.de.

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