Literaturschal : 20 Meter Neumünsteraner Vielfalt

Eine Menge Stoff: Knapp 20 Meter Schal hält Christina Wetzel auf dem Arm.
Eine Menge Stoff: Knapp 20 Meter Schal hält Christina Wetzel auf dem Arm.

Das Bürgernetzwerk Nähmaschine zieht positive Bilanz: Die Veranstaltungsreihe Literaturschal war ein voller Erfolg.

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26. Februar 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Zwei Wochen schlängelte sich Neumünsters erster „Literaturschal“ durch die Stadt. Am Sonnabend endete die besondere Literaturveranstaltung mit einer Lesung von Kindern. „Es war ein überaus erfolgreiches Projekt, alle 13 Veranstaltungen waren ruckzuck ausverkauft und mit insgesamt 650 Gästen gut besucht“, freute sich Karl-Peter Weiland.

Er ist der Initiator des ehrenamtlichen Bürgernetzwerkes „Nähmaschine“, in dem Neumünsteraner ihr Wissen und ihre Erfahrungen in verschiedene, parallel laufende Projekte stecken. Eines davon war der „Literaturschal“, der Kultur und inhabergeführte Geschäfte der Stadt verknüpfte. An 13 außergewöhnlichen Orten lasen über 20 Literaturfreunde aus Lieblingsbüchern ihrer Wahl. Besonders gut besucht war die Auftaktveranstaltung mit Meike Winnemuth: 200 Besucher kamen ins Museum Tuch+Technik und folgten der in Neumünster geborenen Autorin bei Auszügen aus ihrem Buch „Das große Los“.

Birgit Burmeister ist Aktive beim Literaturschal und beschrieb die Atmosphäre so: „Je nach Ort und je nach Buch war die Stimmung ganz unterschiedlich. Köstlich und heiter ging es etwa zu, als Sabine Scheuermann im Café Fräulein Frieda aus Siegfried Lenz‘ ‚Kummer mit jütländischen Kaffeetafeln‘ vorlas. Und bei der Krimi-Lesung aus Raymond Chandlers ‚Die Tote im See‘ war die Stimmung natürlich gespannt.“

Und weil ein Text im genauen Wortsinn ein Gewebe aus Buchstaben ist, war der Einfall, in der Tuchmacher-Stadt einen Schal aus Textilien als verbindendes Element der Veranstaltungsorte herzustellen, so einfach wie genial. Zu jeder Lesung durften die Menschen ein quadratisches Stück Stoff mitbringen, aus dem die Macher der „Nähmaschine“ einen fast 20 Meter langen Schal genäht haben. Das symbolische Stück Neumünsteraner Vielfalt präsentierte Christina Wetzel am Sonnabend im Keramikatelier Busching.

Dort lasen zehn Kinder vor 50 Besuchern ihre selbstgeschriebenen Texte, die sie im vergangenen Jahr für den Schreibwettbewerb im Tuch+Technik verfasst hatten. Moderiert wurde die Lesung von Can Yagiz (13), dem Enkel von Karl-Peter Weiland.

Thea Schulz (9) und Amina Ghazli (10) hatten sich gemeinsam eine Geschichte ausgedacht. „Wir haben einfach geschrieben, was uns in den Kopf kam. Ich schreibe auch zu Hause gerne, wenn ich mich langweile“, sagte Amina. Bei Theas Mutter Maike Schulz kam die Aktion gut an: „Es ist eine schöne Sache für die Stadt. Und speziell die Kinder-Lesung ermutigt vielleicht auch die Klassenkameraden zum Mitmachen beim nächsten Mal.“ Und dass es ein nächstes Mal geben wird, ist bereits klar, wie Karl-Peter Weiland sagte: „Er kommt im nächsten Jahr wieder. Das brauchte Neumünster.“ Der Schal wird übrigens im Tuch+Technik zu sehen sein und im kommenden Jahr weiter „getextet“.

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