Friedrich-Ebert-Krankenhaus : 20 Jahre Medizin für ältere Patienten

Irene Hagemann (80) absolviert nach einem Schenkelhalsbruch ihre ersten Schritte. Altenpflegerin Steffie Bahr, Chefarzt Dr. Werner Hofmann (Zweiter von rechts) und Physiotherapeut Christoph Bidzinski helfen dabei.
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Irene Hagemann (80) absolviert nach einem Schenkelhalsbruch ihre ersten Schritte. Altenpflegerin Steffie Bahr, Chefarzt Dr. Werner Hofmann (Zweiter von rechts) und Physiotherapeut Christoph Bidzinski helfen dabei.

Die Geriatrische Klinik im FEK feiert Jubiläum. Die Strukturen haben sich im Laufe der Jahre stark gewandelt.

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31. Juli 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Die Beine wirkten noch ein wenig wacklig, aber der Wille war Irene Hagemann deutlich anzusehen. Vor einer Woche wurde die 80-Jährige im Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) wegen eines Schenkelhalsbruchs operiert, gestern wagte sie auf dem Krankenhausflur bereits ihre ersten Schritte. Darüber freuten sich auch die Mitarbeiter der Klinik für Frührehabilitation und Geriatrie, die seit 20 Jahren alles daran setzen, ihren älteren Patienten wieder auf die Beine zu helfen.

Das runde Jubiläum nutzte das Team jetzt für einen Rückblick auf die Anfänge der Klinik, die 1995 mit 36 Betten startete und heute über 82 Betten und 15 Tagesklinikplätze verfügt. 60 Pflegekräfte sind insgesamt im Einsatz, dazu kommen 23 Therapeuten und 19 Ärzte, davon 12 im FEK und 7 im Klinikum Bad Bramstedt, wo ebenfalls 68 geriatrische Betten stehen.

Das Durchschnittsalter der Patienten liegt bei 85 Jahren, und die Krankheitsbilder sind vielfältig. Vom Knochenbruch bis zum Schlaganfall ist alles vertreten. Wichtig ist Chefarzt Dr. Werner Hofmann, dass alle beteiligten Berufsgruppen, darunter Physio- und Ergotherapeuten, ihre Arbeit optimal aufeinander abstimmen: „Das gibt den Patienten Sicherheit.“

Diese Sicherheit ist oftmals der Schlüssel zum Erfolg. „Wir haben das Ziel, 80 Prozent unserer Patienten nach Möglichkeit auf beiden Beinen zu Fuß nach Hause zu bringen“, sagt Hofmann. Die Voraussetzungen sind dafür im Laufe der Jahre nicht leichter geworden. „Früher hatten wir pro Patient 45 Minuten Zeit, heute sind es nur noch 30. Außerdem hat sich der Behandlungszeitraum verkürzt. Früher waren manche Patienten drei Monate auf unserer Station, heute müssen wir sie nach maximal 21 Tagen entlassen“, erklärt Physiotherapeutin Susanne Niedermann. Die Ziele, die vorab mit den Patienten formuliert werden, seien in dieser Zeit nur schwer zu erreichen. „Wir mussten lernen, ganz anders zu denken“, sagt Susanne Niedermann.

Stolz sind die Mitarbeiter auf eine Neuerung, die ihnen die Arbeit erleichtert. „Wir haben seit zwei Jahren eine EDV-gestützte Pflegeprozessdokumentation. Darin befindet sich alles, was früher auf Papier existierte“, sagt Pflegeleiterin Jana Lahann und schmunzelt: „Das Problem der verschwundenen Akte, die mal wieder zu lange beim Arzt liegt, gibt es jetzt nicht mehr.“ „Nachbar“ auf dieser Seite

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