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Landesverbandsschau : 184 Züchter präsentierten ihre Tiere

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Landesverbandsschau der Rassekaninchen-Züchter lockte rund 500 Besucher in die Holstenhallen.

Neumünster | Wer bei „Sachsengold“ an eine ostdeutsche Variante des Wagner-Klassikers denkt, liegt genauso falsch wie derjenige, bei dem „Kleinsilber“ Assoziationen von alten, klingenden Münzen weckt. Tatsächlich bezeichnen diese Begriffe Kaninchen-Rassen. Diese beiden und bis zu 300 andere Rassen und Farbschläge kennt die Fachwelt, und 1018 Kaninchen aus fast allen Rassen konnten am Wochenende in den Holstenhallen bei der Landesverbandsschau der Rassekaninchen-Züchter begutachtet werden.

Die Bewertungen zur Ermittlung der Landesmeister fanden bereits am Donnerstag und Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, am Wochenende konnten die putzigen Tiere aus der Familie der Hasen dann von Jedermann angeschaut und gekauft werden. Rund 500 Besucher nutzten die Möglichkeit. „Einige kamen sogar aus Dänemark angereist“, sagte der Pressewart des Kaninchenzuchtverein U52 aus Neumünster, Thomas Wegner. „Wir sind nach 15 Jahren wieder Ausrichter und haben uns darum beworben. Wegen der zentralen Lage hat das gut geklappt“, berichtete Willi Sinterhauf, der erste Vorsitzende.

Die Organisatoren waren bereits am Sonnabend sehr zufrieden. „Obwohl nicht alle Rassen vertreten sind, gibt es hier ein gutes Gesamtbild“, erklärte Thomas Wegner. 184 Züchter aus Schleswig-Holstein stellten ihre Tiere aus. 934 Langohren gehörten Altzüchtern, 84 gingen auf die Züchtungen von 25 jungen Menschen zurück. Damit ist zugleich das Problem der Branche angesprochen: „Wir haben mit einem Mitgliederrückgang zu kämpfen“, stellte Michael Lüthje-Dohrendorf, der zweite Landesverbandsvorsitzende, fest.

Besonders beliebt bei Züchtern und Käufern sind der Deutsche Riese und der Blaue Wiener. „Mit ihnen erzielt man gute Ausstellungserfolge. Außerdem sprechen sie viele an, weil sie hübsch anzuschauen sind“, sagte Thomas Wegner. Bewertet werden die Tiere nach den geltenden Rassestandards, worunter etwa die Fellqualität, die Körperform und das Gewicht fallen. „Der Trend geht zu Klein- und Zwergrassen, weil die Fleischgewinnung nicht mehr im Vordergrund steht“, so Lüthje-Dohrendorf. Hoch gehandelt werden die Riesenschecken. „Es gibt Tiere, die für 3000 Euro verkauft werden“, sagte Wegner. Allerdings nicht bei großen Shows, da liegt die Grenze bei 250 Euro.

Das Schöne an der Kaninchenzucht beschrieb Züchter Wegner so: „Der Umgang mit Tieren bedeutet einen idealen Ausgleich zum Arbeitsstress.“ Kollege Lüthje-Dohrendorf ergänzte: „Außerdem tragen wir zum Rasse-Erhalt bei. Es gibt Rassen wie den Deutschen Widder, die über 100 Jahre alt sind.“ Gegen unkontrolliertes Zuchtverhalten sprechen sich die organisierten Züchter übrigens deutlich aus. Durchschnittlich dürfe eine Häsin 1,6 Würfe mit je sechs Tieren in ihrem Leben haben, so die Kaninchenexperten.

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