Polizei : 1500 Euro Belohnung: Wo ist die Leiche?

Mehrere Polizeiwagen waren gestern an der Weststraße in Wasbek im Einsatz, kurz hinter der Stadtgrenze.
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Mehrere Polizeiwagen waren gestern an der Weststraße in Wasbek im Einsatz, kurz hinter der Stadtgrenze.

Die Polizei ist sicher, dass der Student Georg Linnemann getötet worden ist. Gestern waren Suchhunde in Wasbek im Einsatz

shz.de von
30. Juli 2015, 07:30 Uhr

Neumünster | Der vermisste Student Georg Linnemann (28) aus dem Stadtteil Faldera ist vermutlich getötet, verbrannt und dann irgendwo in Neumünster oder im Umland vergraben worden. Davon geht die Staatsanwaltschaft Kiel aus; sie hat keine Zweifel mehr an einem Verbrechen. „Unsere intensiven Ermittlungen haben ein konkreteres Bild der Vorgänge im Dezember ergeben“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß gestern.

Der Student der Kieler Fachhochschule hatte am 15. Dezember 2014 gegen Mittag die Wohnung seiner Lebensgefährtin verlassen. Die Ermittler sind sich sicher, dass Georg Linnemann kurz danach getötet und in Neumünster oder jenseits der Stadtgrenzen vergraben wurde. Nach Informationen unserer Zeitung soll das im Bereich einer Baustelle passiert sein. Um die Spuren ihres Verbrechens zu verwischen, sollen die Täter die Leiche angezündet und sie dann mit Erdreich bedeckt haben.

Woher weiß die Polizei das? Die Staatsanwaltschaft schweigt dazu aus ermittlungstaktischen Gründen. Naheliegend ist, dass die Ermittler einen Tipp bekommen haben. Nun suchen sie nach Zeugen – denn Feuer und Rauch müssen zu sehen und zu riechen gewesen sein.

Georg Linnemann fuhr einen dunkelblauen Golf IV (NMS-ZX 88). Heß: „Das Auto sowie ein Leihanhänger der Firma Voss spielen für uns eine wichtige Rolle.“ Der Golf war am 20. Dezember in Hamburg sichergestellt worden, vermutlich haben die Täter ihn dorthin gefahren. Der Anhänger wurde dann am 3. Januar am Wernershager Weg/Ecke Weberstraße umgestürzt am Straßenrand entdeckt. Linnemann selbst hatte ihn gemietet, wahrscheinlich für den Transport von Diebesgut. „Der Anhänger fällt ins Auge, weil er über eine grelle, postgelbe Plane verfügt“, so die Oberstaatsanwältin.

Die Ermittler hoffen, dass Georg Linnemann unmittelbar vor seinem Verschwinden noch gesehen wurde, vielleicht mit seinem Auto oder Hänger. Vielleicht kann sogar jemand Angaben zu der grausigen Verbrennung machen kann. Für Hinweise, die zur Leiche und zu den Tätern führen, ist eine Belohnung von 1500 Euro ausgesetzt.

Unter Verdacht stehen zwei Bekannte (26, 28) des Studenten aus Neumünster und Kappeln. Sie sitzen wegen Diebstählen in U-Haft und schweigen zu den Vorwürfen. Die Ermittler zählen sie zum Bekanntenkreis von Georg Linnemann, der ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt ist. Er soll zu einer Diebesbande gehört haben, die Aufsitzrasenmäher und Motorräder stahl. Möglicherweise liegt das Motiv für das Gewaltverbrechen in einem Konflikt rund um die Einbrüche und Diebstähle.

Gestern suchten Beamte erneut mit sieben Spürhunden auf einer Grünflache an der Weststraße in Wasbek, knapp hinter der Stadtgrenze und wenige hundert Meter vom Freesen-Center entfernt. Ob die Hunde nach Überresten des mutmaßlichen Opfers suchten oder nach Gegenständen, die ihm zuzuordnen sind, wollte die Polizei nicht mitteilen. Erfolg hatte sie jedenfalls nicht. Heute soll auf dem 4000 Quadratmeter großen Areal weiter gesucht werden. Die Wiese ist nicht weit entfernt von der Weberstraße und letztlich auch nicht von Linnemanns Wohnung an der Warmsdorfstraße.

Tragisch: Die Lebensgefährtin von Georg Linnemann war zum Zeitpunkt seines Verschwindens schwanger. Die gemeinsame Tochter kam Ende Juni zur Welt. Sie wird ihren Papa nie kennen lernen.

> Hinweise zum Fall nimmt die Kriminalpolizei unter der Nummer 0431-160 3333 entgegen.

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