Neumünster in Schwarz-Weiss : 15 000 Menschen kamen einst zur Kundgebung

Dichtes Gedränge auf dem „Feldplatz“: Frauen wie Männer lauschten aufmerksam, was die Gewerkschaftsspitzen auf der Holztribühne zu sagen hatten.
Dichtes Gedränge auf dem „Feldplatz“: Frauen wie Männer lauschten aufmerksam, was die Gewerkschaftsspitzen auf der Holztribühne zu sagen hatten.

Fast 10 000 Mitglieder vereinigten sich bereits 1947 im Ortsausschuss des DGB.

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02. Mai 2015, 11:00 Uhr

Neumünster | Neumünster in Schwarz-Weiß Viel Platz für viele Menschen brauchten die Mai-Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in den 50er- und 60er-Jahren in Neumünster. Fast 10 000 Mitglieder vereinigten sich bereits 1947 im Ortsausschuss des DGB. Entsprechend groß war die Teilnahme an den Veranstaltungen zum 1. Mai. Bis zu 15 000 Menschen besuchten die Kundgebungen, die auf dem Sportplatz an der Feldstraße – dem „Feldplatz“ – stattfanden – und dadurch zu einer eindrucksvollen Machtdemonstration der „Arbeiterschaft“ gerieten.

Die Fotos, die der frühere Courier-Fotograf Walter Erben während einer Mai-Kundgebung Ende der 50er-Jahre gemacht hat, zeigen die Rückseiten der Wohnhäuser in der Feldstraße. Für die Redner des Tages war eine Bühne aufgebaut worden, die zur Feier des Tages mit Girlanden geschmückt wurde.

Die Alltagssorgen der Nachkriegsjahre – Wohnungsnot und Lebensmittelversorgung – standen zunächst im Mittelpunkt der gewerkschaftlichen Aktivitäten. Die Böckler-Siedlung, für die im März 1950 der Grundstein gelegt wurde, und die damals zu den größten Wohnungsbaustellen Deutschlands gehörte, ist bis heute ein sichtbarer Ausdruck für das Engagement der Gewerkschaften für bezahlbaren Wohnraum.

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