1300 Euro Belohnung für den "Meisterdieb von New York"

'New York' mitten in Neumünster: Der 'Meisterdieb' unterwegs in der Holstenhalle.
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"New York" mitten in Neumünster: Der "Meisterdieb" unterwegs in der Holstenhalle.

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15. Februar 2013, 03:59 Uhr

Neumünster | Egal, ob Groß oder Klein: Die Ränge der Holstenhallen waren am gestrigen Nachmittag prall gefüllt, die Zuschauer gespannt auf das Spektakel, was sich ihnen gleich bieten wird. Zum 20. Mal stand der Schauwettbewerb der Reit- und Fahrvereine Schleswig-Holsteins im Rahmen der VR Classics in Neumünster auf dem Programm.

Das Rennen machte der Reiterhof Gläserkoppel im Reitverein Preetz und Umgebung. Man könnte sie schon als "alte Hasen" bezeichnen, denn schon zum 18. Mal gaben sich die Aktiven aus der Schusterstadt die Ehre und begeisterten zum wiederholten Mal sowohl das Publikum als auch die Jury. Der Titel des Schaubildes, "Der Meisterdieb von New York", ließ vorab schon einiges vermuten. Ein kleiner Dieb entfloh aus der Polizeihaft und lieferte sich einen Wettlauf mit einer Polizeistaffel - natürlich alle Mann zu Pferd. Mit tollen Kostümen und großartigen Requisiten zogen die "Schauspieler" alle in ihren Bann. Die Sprünge - sowohl im Paarlauf als auch im Quartett über die "Skyline von New York" mitten in der großen Hols tenhalle - rissen jeden in der Halle mit. Der Lohn war eine Siegprämie in Höhe von 1300 Euro.

Die Geschichte des ORV Malente/Eutin konnte dagegen nicht besonders beim Publikum punkten. Zwar waren Bühnenbild und Kostüme aufwändig und toll umgesetzt, um die Vereinsgeschichte im Wandel des 100-jährigen Reitsports zu demonstrieren, doch schaffte es der ORV nicht, die versammelten Pferdefans in Neumünster in ihren Bann zu ziehen.

Andere Reitvereine hatten es etwas leichter. Allen voran zeigte sich der Ponyclub Heidmühlen wieder einmal von der ganz humorvollen Seite. Er eröffnete den 20. Schauwettbewerb mit seiner "Himmlischen Castingshow" - und als die Jury auf der Kutsche sitzend hineingefahren wurde, war klar, dass dies wieder ein unvergesslicher Nachmittag werden sollte. So gaben sich Doubles von Dieter Bohlen und Bruce Darnell sowie "Cindy aus Heidmühlen" die Ehre, um ihren himmlischen Superstar hoch zu Ross zu finden. Cindy, die auf ein kleines Pony springen wollte, Bruce, der sich die Klamotten vom Leib riss, um auf das Voltigierpferd zu steigen, und zum Schluss die tanzenden Nonnen brachten die Zuschauer zum Toben. Letzten Endes landeten die Heidmühlener auf dem dritten Platz und verpassten es knapp, Publikumsliebling zu werden, welcher per Phonometer ermittelt wurde. Dies wurde nämlich der Reitstall Oelixdorf, der zuvor mit seiner Darbietung "Midnight is Ghost Time" von der Jury nur den fünften Platz eingeheimst hatte. Das Publikum in der Holstenhalle sah dies anders, beklatschte und bejubelte die Reiter, die gänzlich in abgedunkelter Halle ritten und mit tollen Lichterketten und Lichteffekten für eine einzigartige Atmosphäre sorgten, mit 125 Dezibel zum Publikumsliebling und somit Sieger der Herzen avancierten.

Für eine große Überraschung sorgten der RV Binnendiek und der Reitstall Thormählen. Mit ihrer Show "Wer, Wie, Was - Wieso, Weshalb, Warum" versetzten sie die "großen" Zuschauer in die Kindheit zurück, als Ernie und Bert in der Badewanne sitzend nach einer neuen Sportart suchten. Natürlich entschieden sie sich für das Reiten, was danach auch kunstvoll in Dressur, Voltage und Sprung dargeboten wurde. So sorgte der eine oder andere kleine Zusammenprall während der Sprünge zwar für ein kurzes Aufschrecken in der Halle, doch meisterten alle Reiter es mit Bravour und blieben im Sattel. So konnten Ernie, Bert, das Krümelmonster und Co. sich am Ende über den zweiten Platz dennoch freuen.

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