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Timmaspe : 111 Autos und 9 Laster passierten in 10 Minuten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bürgermeisterin Meike Derner zählte gestern morgen den Verkehr. Sie hofft auf zwei Zebrastreifen für die Zeit der Umleitung. Der „Walking Bus“ stieß bisher auf wenig Resonanz.

Timmaspe | Der starke Durchgangsverkehr in Timmaspe hält Bürgermeisterin Meike Derner weiter auf Trab: Mit einem „Walking Bus“ und Zebrastreifen will sie die Situation entschärfen. Gestern wurde auch geblitzt.

Noch bis zum 18. Mai schiebt sich rund um die Uhr durch Timmaspe eine Blechlawine, weil die Landesstraße 328 zwischen der Umlandgemeinde und der Abfahrt Nortorf/Bargstedt für rund 2,1 Millionen Euro saniert wird (der Courier berichtete). Trotz einer zweiten Umleitung über Aukrug ist die Belastung für das Dorf erheblich.

Mit dem Ende der Osterferien drücken die Grundschulkinder seit gestern auch wieder die Schulbank. Deswegen hatte die Bürgermeisterin in einem Rundbrief für das Projekt „Walking Bus“ geworben. Dabei treffen sich die Schulkinder zu bestimmten Zeiten an Sammelpunkte, um in Begleitung von Erwachsenen gemeinsam den Weg zur Schule zu gehen.

Mit einer einzigen Ausnahme schien sich kein Erwachsener angesprochen gefühlt zu haben. Lediglich Angelika Meyer war pünktlich um 7.30 Uhr in der Hauptstraße an einem Sammelpunkt zur Stelle, um ihren Sohn Nils (8) und seinen gleichaltrigen Kumpel Ivan sicher zur Schule zu bringen. Unterwegs schlossen sich ihnen dann noch mehrere Grundschulkinder an. „Selbst Mütter und Väter aus unserer Gemeinde am Lenkrad halten nicht an, damit die Kinder gefahrlos die Straße queren können“, sagte die 45-jährige Timmasperin kopfschüttelnd.

Enttäuscht ist auch Bürgermeisterin Derner, die aber hofft, dass ein Aufruf der Schulpädagogen mehr Erfolg haben wird, damit der „Walking Bus“ doch noch funktioniert.

Um bis zur Aufhebung der Umleitung vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein auf der Hauptstraße und vor der Grundschule auch noch einen gelben Zebrastreifen genehmigt zu bekommen, zählte die Gemeindechefin gestern den innerörtlichen Fahrzeugverkehr zu Beginn der Schulzeit auf der Kreisstraße 46 in Richtung Gnutz. Innerhalb von zehn Minuten rauschten 111 Pkw und neun 40-Tonner an ihr vorbei. „Dieses Aufkommen müsste doch eigentlich einen Zebrastreifen rechtfertigen“, meinte die Bürgermeisterin.

Zeitgleich um 7.50 Uhr brachte Günter Koslowski vom Kreis Rendsburg-Eckernförde innerhalb der 30-Stundenkilometer-Begrenzung sein Laser-Geschwindigkeitsmessgerät in Position. „Alles, was schneller als 39 Stundenkilometer fährt wird zur Kasse gebeten“, sagte der Beamte. Innerhalb von vier Stunden waren es 267 in den Ort fahrende Autofahrer, die sich nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit hielten und ein Bußgeldbescheid im Briefkasten finden werden.

Für die nächste Woche kündigte Günter Koslowski bereits gestern eine weitere Messung an.








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erstellt am 06.Mai.2014 | 12:00 Uhr

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