zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

18. Oktober 2017 | 12:14 Uhr

Flüchtlinge : 100 Wohnungen sind schon fix

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Beirat Böcklersiedlung-Bugenhagen wurde über das geplante Zentrum für Flüchtlinge diskutiert.

von
erstellt am 25.Mär.2016 | 09:00 Uhr

Neumünster | Die Pläne der Stadt, ab Januar 2017 ein so genanntes „Kompetenzzentrum für Flüchtlinge und Migration“ in der ehemaligen Hindenburg-Kaserne einzurichten, sorgte jetzt im Stadtteilbeirats Böcklersiedlung-Bugenhagen für Debatten.

Rund 20 Bürger fanden sich am Dienstagabend in der Hans-Böckler-Schule ein und diskutierten mit dem Büroleiter des Oberbürgermeisters, Thorben Pries, der offen und sachlich auf alle Fragen antwortete.

Das Zentrum war vergangene Woche von der Ratsversammlung abgesegnet worden (der Courier berichtete). Es soll Flüchtlingen bis zu vier Wochen lang ein Dach über dem Kopf bieten, bis ihnen eine Wohnung zugewiesen werden kann.

„Wir sprechen in diesem Fall von zwei Gebäuden, nicht von der gesamten Kaserne“, machte Pries noch einmal deutlich. Aktuell gehe die Stadt sogar davon aus, dass ein Gebäude ausreiche. Dort sollen im ersten und zweiten Obergeschoss mindestens 80 Plätze für Flüchtlinge entstehen. Die 40 Zimmer sind 16 bis 25 Quadratmeter groß, jeweils zwei Zimmer teilen sich einen Sanitärbereich. Zusätzlich geplant sind Büroräume, die von der Verwaltung, einer Sozialen Betreuung, einem Sicherheitsdienst oder anderen Behörden wie dem Jobcenter oder der Agentur für Arbeit genutzt werden könnten, um eine zentrale Anlaufstelle zu schaffen.

Mehrere Anwohner zeigten sich besorgt, ob es bei einer gemeinsamen Nutzung der Sanitärbereiche zu Problemen mit der Sauberkeit kommen könne. Thorben Pries konnte beruhigen: „Es wird neben einem Reinigungsdienst auch eine Soziale Betreuung geben, die auf Hygienestandards hinweist.“

Eine Besucherin wollte wissen, ob Frauen und Kinder getrennt von Männern untergebracht werden. „Wir planen möglichst getrennte Flure bis hin zu getrennten Geschossen“, bestätigte Ute Spieler von der Stadtverwaltung.

Im Raum stand zudem die Frage, wie die Stadt genügend Wohnungen für die Flüchtlinge finden will. „Wir haben derzeit 100 Wohnungen im Bestand und arbeiten daran, dass es mehr werden“, erklärte Pries. Die Stadt sei bereits im Gespräch mit den Wohnungsbaugesellschaften. Pries wies darauf hin, dass nicht jede Person eine eigene Wohnung bekommt: „Es ist auch denkbar, dass drei Alleinreisende eine Wohngemeinschaft bilden.“

Zur Frage, ob auch neu gebaut werden soll, sagte er: „Unser Ziel ist zunächst, die bestehenden Häuser herzurichten. Erst wenn das nicht reicht, müsste Phase 2 greifen.“ Auch auf die Frage, wer die Kosten übernehme, wenn die Häuser nach dem Auszug der Flüchtlinge verwohnt seien, hatte Pries eine klare Antwort: „Wir gehen davon aus, dass die Flüchtlinge sich so verhalten wie jeder andere und die Wohnung irgendwann ordentlich wieder verlassen.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen