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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 18:40 Uhr

Jubiläum : 100 Mal Geselligkeit auf Plattdeutsch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Klönschnack-Gruppe der Unter-Hundertjährigen vom Sportverein Blau-Weiß Wittorf feiert im Januar ein rundes Jubiläum

von
erstellt am 15.Dez.2015 | 16:36 Uhr

Neumünster | Es war irgendwann im Jahr 1995, als man sich bei Blau-Weiß Wittorf folgende Frage stellte: Welche Möglichkeit gibt es, die älteren Mitglieder, die nicht mehr im Wettkampfbereich aktiv sind, wieder stärker an den Sportverein zu binden? Als Antwort darauf entstand vor 20 Jahren die Gruppe der „Uhus“ (Unter-Hundertjährige), die heute 80 Mitglieder hat und viele verschiedene Aktivitäten auf die Beine stellt. Das Angebot reicht von Wanderungen über Radtouren, Bastelnachmittage und gemeinsames Kartenspielen. Einen Bereich bildet die Klönschnack-Gruppe, die sich am 16. Januar 2016 zum 100. Mal trifft.

„Die Idee hatte ich vor 18 Jahren“, erinnert sich Günter Schöbel und erklärt das Konzept der gemeinsamen Nachmittage: „Es sollte eine Gruppe sein, die sich regelmäßig trifft und in der Plattdeutsch gesprochen wird.“

Die derzeit 20 Männer und Frauen kommen von Oktober bis April an jedem dritten Sonnabend im Monat zusammen. „Bei den Treffen werden plattdeutsche Geschichten vorgelesen, manchmal machen wir Gedächtnisspiele und jeder erzählt, was er erlebt hat“, sagt der 76-Jährige, der früher Fußballer bei Blau-Weiß Wittorf war und heute noch aktiv Tischtennis spielt.

Bei den gemeinsamen Runden sind schon manche lustige Anekdoten zu Tage getreten: „Wir hatten ein Ehepaar in der Klönschnack-Gruppe, das leider bereits verstorben ist. Die Frau hat ihrem Mann jeden Tag die Tabletten hingelegt. Leider hatte sie die einmal neben seinem Hörgerät platziert. Das hat er dann gleich mitgegessen“, erzählt Erika Stützer, die gemeinsam mit Günter Schöbel und Diethard Lienke das Organisationskomitee der Uhus bildet.

Auch Günter Schöbel erinnert sich an besondere Momente. Obwohl alle der plattdeutschen Sprache mächtig sind, haben früher viele der älteren Mitglieder Ausdrücke in den Raum geworfen, mit denen der Rest nichts anfangen konnte: „Da mussten wir uns dann erstmal schlau machen, was diese Worte überhaupt bedeuten.“

Zum 100. Treffen der Klönschnacker hat Günter Schöbel einen besonderen Gast eingeladen – den ehemaligen Wittorfer Schulleiter Jens Jacobsen: „Ich habe gehört, dass er die plattdeutsche Sprache pflegt und Bücher schreibt. Als ich ihn angerufen habe, war er gerne bereit, im Januar vorbeizukommen und mit uns über alte Zeiten zu plaudern.“

Das Schöne an den Treffen der Uhus sei ohnehin der Kontakt zu anderen Menschen, sagt Erika Stützer: „Es ist eine Form der Abwechslung und Unterhaltung, man freut sich einfach, in Gesellschaft zu sein.“

Weitere Mitglieder sind bei den Uhus jederzeit willkommen. „Wir hätten gerne neue Gesichter, aber von unten kommt momentan nichts nach. Die Altersstruktur liegt derzeit zwischen 65 und 85 Jahren“, sagt Günter Schöbel. Besonders gefragt wäre ein Kandidat, der ein Instrument beherrscht, damit gemeinsam gesungen und musiziert werden kann: „Es wäre toll, wenn wir da jemanden finden würden.“ Wer bei den Uhus mitmischen möchte, muss früher nicht zwingend bei Blau-Weiß Wittorf sportlich aktiv gewesen sein. Interessierte können sich unter Tel. 8  26  71 bei Günter Schöbel melden.


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