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Holsteinischer Courier

19. November 2017 | 15:12 Uhr

„Club 88“ : 1. Februar wird zum Feiertag

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Gegner der ehemaligen Neonazi-Gaststätte freuen sich und planen ein großes Fest

von
erstellt am 08.Apr.2014 | 06:30 Uhr

Auch Tage nach dem Courier-Bericht über die Schließung des ehemaligen Neonazi-Treffpunkts „Club 88“ reagieren Vereine, Verbände und Politiker darauf – natürlich ausschließlich positiv. Der 1. Februar (der erste Tag ohne „Club“ seit 18 Jahren) soll sogar zum Feiertag erklärt werden.

Das kündigte der Verein für Toleranz und Zivilcourage an. „Wir werden diesen Tag ab sofort jedes Jahr mit einem bunten Fest feiern“, teilte der Vorsitzende Jonny Griese mit. Der Verein war einst gegründet worden, um den Rechtsextremen im „Club 88“ entgegenzuwirken.

Auch Angelika Beer, langjährige Aktivistin gegen den Treffpunkt und heute Landtagsabgeordnete der Piratenpartei, hat die Nachricht kommentiert. „Das ist ein lang erkämpfter Sieg für couragierte Bürger aus Neumünster und ganz Schleswig-Holstein, die sich nie damit abgefunden haben“, dass von dort aus rechtsextreme Propaganda verbreitet worden sei. Sie und die anderen Sprecher verweisen darauf, dass der Einsatz gegen Rechtsextremismus weitergehen müsse.

Auch das Bündnis gegen Rechts, 1999 wegen des „Clubs“ gegründet, sieht die Schließung als einen Grund zum Feiern an. Es soll eine Veranstaltung vorbereitet werden, auf der „analysiert, diskutiert und gefeiert werden soll“, wie Dr. Christof Ostheimer mitteilte. Aus Solidarität mit dem Jugendzentrum AJZ soll die Veranstaltung dort stattfinden. Ostheimer: „Die Musik wird laut sein, wahrscheinlich auch noch nach 22 Uhr!“

Die Schließung der Gaststätte in Gadeland geht nicht auf einen juristischen Sieg zurück, sondern vielmehr darauf, dass die Betreiberin ihren Mietvertrag gekündigt und das Lokal geräumt hat. Daraufhin hat die Stadtverwaltung das Gewerbe von Amts wegen abgemeldet (der Courier berichtete). Mehrere Anläufe der Stadt, gegen die Gaststättenkonzession vorzugehen, waren vor den Gerichten gescheitert.

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