JVA Neumünster : 1,4 Millionen Euro extra für die Sanierung

Die JVA-Leiterin Yvonne Radetzki (links) zeigte Finanzministerin Monika Heinold auch den völlig entkernten Südflügel im C-Haus. Durch die Kopplung der 25 Millionen Euro teuren Modernisierung mit energetischen Sanierungsmaßnahmen fließen allein hier noch einmal 1,3 Millionen Euro extra nach Neumünster.
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Die JVA-Leiterin Yvonne Radetzki (links) zeigte Finanzministerin Monika Heinold auch den völlig entkernten Südflügel im C-Haus. Durch die Kopplung der 25 Millionen Euro teuren Modernisierung mit energetischen Sanierungsmaßnahmen fließen allein hier noch einmal 1,3 Millionen Euro extra nach Neumünster.

Finanzministerin Monika Heinold überzeugte sich am Montag vom Stand der Baumaßnahmen. Für die energetische Gebäudesanierung steht nun weiteres Fördergeld zur Verfügung.

shz.de von
19. August 2014, 06:00 Uhr

Neumünster | Am ersten Tag ihrer „Investitions-Sommertour“ machte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) gestern auch einen Abstecher zur Justizvollzugsanstalt an der Boostedter Straße in Neumünster. Die JVA wird seit 2007 mit Millionenaufwand schrittweise modernisiert und profitiert jetzt zusätzlich von einem „Profi“ genannten Förderprogramm zur energetischen Gebäudesanierung.

1,4 Millionen Euro stehen dafür extra zur Verfügung. Das Geld fließt in neue Fensterelemente von zwei Werkstattgebäuden, die bisher nur mit Einfachverglasung ausgestattet waren. Das Gros von 1,3 Millionen Euro ist für die energetische Sanierung im Nord- und Südflügel des C-Hauses vorgesehen. Aus dem Profi-Programm werden die Fenster, die Dach- und Sohlendämmung, die Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik sowie die Wärmetauscher finanziert. Der Nordflügel mit 120 Haftplätzen ist seit November 2013 fertig, im völlig entkernten Südflügel soll es Ende 2015 so weit sein.

Die energetische Sanierung ist an die 25 Millionen Euro teure umfassende Modernisierung von Haus C angedockt. „Das macht Sinn, weil die Einsparmöglichkeiten groß sind“, sagte die Ministerin. „Die Sanierungsarbeiten sind damit aber noch lange nicht abgeschlossen“, sagte die JVA-Leiterin Yvonne Radetzki. So sind für den Abriss und Neubau von Haus D noch einmal 12,5 Millionen Euro vorgesehen. Und dann könne man wahrscheinlich von Neuem mit weiteren Sanierungen beginnen, sagte Radetzki.

Die JVA wurde von 1901 bis 1905 als preußisches Zentralgefängnis gebaut und wird seit 1962 bis heute ständig erweitert und saniert. „Wir sind aus wirtschaftlichen Gründen in der Pflicht, die Bausubstanz zu erhalten“, so Monika Heinold. „Das ist keine Luxussanierung“, machte Yvonne Radetzki deutlich. Die Baumaßnahmen seien das Minimum, was man Häftlingen im modernen Strafvollzug heute an Lebensbedingungen bieten müsse. Und auch den 230 Mitarbeitern der Justizvollzugsanstalt sei die Arbeit in den dringend sanierungsbedürftigen Gebäuden nicht mehr zuzumuten. Die JVA verfügt über 516 Haftplätze für Erwachsene und 80 für junge Gefangene, ist zurzeit aber nur mit 326 erwachsenen und 48 jungen Häftlingen belegt.

Der letzte von fünf Besuchsterminen von Ministerin Monika Heinold war gestern die Kita in Timmaspe in Neumünster. Sie profitiert mit gut 62.000 Euro aus dem Sondervermögen. In dem etwa 100 Jahre alten Gebäude wird in die Wärmedämmung sowie in neue Fenster und Türen investiert.

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