Traditionsfest in Dithmarschen : „Heider Marktfrieden“ - eine Zeitreise ins Mittelalter

Elektrische Geräte dürfen nur verdeckt betrieben werden - es ist schließlich Mittelalter beim „Marktfrieden“ in Heide.

shz.de von
14. Juli 2016, 08:23 Uhr

Heide | Das Mittelalter-Spektakel „Marktfrieden“ startet am Donnerstag in Heide. Bis Sonntag werde sich die idyllische Dithmarscher Kleinstadt auf eine Zeitreise zurück in die eigene Geschichte begeben, sagte Stadtsprecher Jannick Schwender: Rund eintausend Helfer und Mitwirkende werden den „vrie Markede tho der Heyde“ als Gemeinschaftsprojekt auf die Beine stellen. Sie wollen die historische Bedeutung des größten Marktplatzes Deutschlands als Gerichts- und Versammlungsort der freien „Dithmarscher Bauernrepublik“ auf „historischem“ Boden zu neuem Leben erwecken.

Dort wurde vor über 550 Jahren, am 13. Februar 1447, das erste „Dithmarscher Landrecht“ verkündet - der Beginn der Unabhängigkeit der Region für mehrere Jahrhunderte, sagte Schwender.  Der Heider Marktfrieden gilt nach Angaben der Organisatoren als eines der größten und traditionsreichsten Mittelalterfeste Deutschlands.

Schon beim Aufbau sei auf ein „mittelalterliches“ Erscheinungsbild des Spektakels geachtet worden, sagte Schwender: Unter anderem durfte moderne Technik wie Kühlschrank oder elektrisches Licht nur verdeckt installiert werden.

Auf dem 4,7 Hektar großen Marktplatz sind 140 Schausteller, Gaukler, Spielleute, und Händler zu Gast. Dabei werden Handwerker ihre Waren nach historischem Vorbild an den Ständen vor Ort herstellen. Zu den Highlights zählt der Nachbau eines historischen, mit Muskelkraft betriebenen Holzriesenrades eines Schaustellers aus Tschechien, sowie ein „Leybkneter“, der seinen Gästen ein „mittelalterliches Wellness-Programm“ mit Massagen und Bädern anbietet.

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