zur Navigation springen
Lokales

11. Dezember 2017 | 18:39 Uhr

Hafenbetrieb muss knappe Million zahlen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Finanzamt hatte nach Betriebsprüfung hohe Forderungen

von
erstellt am 20.Aug.2013 | 20:17 Uhr

Der Hafenbetrieb und dessen wirtschaftliche Lage standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Hafenausschusses. Ulrich Koch, Chef des Städtischen Betriebes, trug die aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung bis zum 30. Juni und damit einen Verlust von 215 000 Euro vor. Eine Zahl mit wenig Aussagekraft, denn der Großteil der Einnahmen werde im Sommer generiert, viele Arbeiten aber würden bereits im Frühjahr ausgeführt. Größter Posten sei hier die Ausbaggerung im Hafen gewesen, so Koch, die drastisch zu Buche geschlagen habe.

In sich hatte es der Abschluss für das Jahr 2012, den Koch anschließend vortrug. „Der Hafenbetrieb wird im Jahr 2012 einen Verlust von 761 000 Euro machen“, obwohl der theoretische Gewinn 325 000 Euro betrage. Hintergrund sind Steuernachzahlungen für die Jahre 2005 bis 2011, die nachaktiviert werden müssen.

Die Summe von rund 900 000 Euro nannte Koch, die einem Erfolg gleiche. Denn nach einer Betriebsführung im vergangenen Jahr, vom Finanzamt anfangs für die Jahre 2005 bis 2008 veranlasst und dann um die Jahre 2009 bis 2011 erweitert, habe die Summe von knapp sieben Millionen Euro im Raum gestanden. Ob der Neubau der Uferpromenade oder die Pflege von Straßengrün, vielfach verweigerte die Behörde die Anerkennung, die allein für den Zeitraum bis 2008 gut vier Millionen Steuern nachforderte.

Mit Forderungen, erinnert der damalige Wyker Bürgermeister Heinz Lorenzen, „die sich unserem Vorstellungsvermögen entzogen“. Ursache war die Aufteilung des Hafenbetriebes durch das Finanzamt in vier steuerlich voneinander unabhängige Betriebe. So wurden die Kosten der Strandbewirtschaftung nicht mit den Gewinnen aus der Strandkorbvermietung in einen Topf geworfen. Die Folge waren hohe Gewinne, und das über Jahre. Traditionell werde der Strand vor jeder Saison intensiv aufgeschoben, damit die Strandkörbe vermietet werden können, so Lorenzen. „Das sind Kosten für die Einnahmequelle Strandkorbvermietung, und kein anderer, defizitäter Bereich“.

Punkte, die Verhandlungsspielraum bargen und am Ende stand eine Lösung, der alle Beteiligten zustimmen konnten. „Wir haben es geschafft, die Dinge doch zu einem großen Teil anerkannt zu bekommen“, zeigt sich Ulrich Koch zufrieden. 300 000 Euro waren schließlich für die Zeit bis 2008 nachzuzahlen, dazu kamen rund 300 000 Euro Gewerbesteuer. Und für 2009 bis 2011 standen noch einmal insgesamt rund 300 000 Euro an. Überwiesen ist die Summe bereits, trotz des eingelegten Widerspruchs in einigen Punkten. „Um die Zinsen nicht noch weiter anwachsen zu lassen“, so Koch.

„Wir haben noch nie so viel Vandalismus gehabt, wie in diesem Jahr“, sprach der Hafenchef abschließend ein brisantes Thema an. Keine Kleinigkeiten, sondern handfeste Delikte, bei deren Entdeckung häufig die Polizei hinzugezogen worden sei. „Uns wurden WC-Anlagen halb klein geschlagen, Spiegel zerschlagen und Halterungen aus der Wand gerissenen.“ Ein ebenso unsinniger wie teurer Spaß, dem offensichtlich auch der Wachdienst in den Sommerferien nicht beikommen kann. In der Häufigkeit der Delikte, so Koch, gebe es mit oder ohne die Aufpasser keinen Unterschied.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen