Kreis Steinburg : Suchaktion auf der Elbe: Kanufahrer bei Kollmar vermisst

Bei der Bergung des Kanus entdeckten die Einsatzkräfte zwei Handys und zwei Paar Schuhe in dem Boot.

Bei der Bergung des Kanus entdeckten die Einsatzkräfte zwei Handys und zwei Paar Schuhe in dem Boot.

Vater und Sohn sollen im Kanu unterwegs gewesen sein, als es kenterte. Die Suche blieb am Sonntag erfolglos.

shz.de von
05. August 2018, 18:24 Uhr

Kollmar | Ein Mann und dessen 18 Jahre alter Sohn werden seit Sonntagmittag auf der Elbe vor Kollmar (Kreis Steinburg) vermisst. Sie waren auf dem Fluss mit einem Kanu unterwegs. Ein Zeuge hatte Hilferufe gehört und eine winkende Person im Wasser gesehen, wie ein Polizeisprecher sagte. Nach einer umfangreichen Suche fanden die Einsatzkräfte das Boot. Die Suche nach dem 51-Jährigen aus Glückstadt und dessen Sohn aus Hamburg wurde am Sonntagabend erfolglos beendet.

Martina Heinrich-Peter und ihr Sohn Ben Heinrich aus Bad Bramstedt waren zusammen mit Stefan Clausen zum Tagesausflug nach Kollmar gekommen. Sie gingen auf dem Elbdeich zwischen Kollmar und Steindeich spazieren. Als sie in Höhe der Grundschule waren, hörten sie plötzlich Hilferufe. Sie entdeckten ein in der Elbe treibendes Kanu. „Das drehte sich wie ein Kreisel und daneben war deutlich in dem unruhigen Elbwasser der Kopf eines Menschen zu erkennen“, schildert die Bad Bramstedterin den schrecklichen Augenblick ihres Spazierganges. Sie setzte sofort einen Notruf ab. Augenblicke später war dann nur noch das Kanu zu sehen. „Die Person war nicht mehr auszumachen und alles war plötzlich ruhig.“

Ob die im Wasser treibende und um Hilfe rufende Person zwischenzeitlich untergegangen war, oder bis zum Eintreffen der Retter von einem in Nähe der Unfallstelle vorbeikommenden Skipper an Bord genommen wurde, konnte am Nachmittag nur spekuliert werden.

Für Wasserschutzpolizei, Feuerwehr Rettungsdienst und Deutsche Lebensrettungsgesellschaft löste die Rettungsleitstelle um 14.21 Uhr einen Großalarm aus. Zwei Rettungswagen eilten landseitig zum Ereignisort. Auf dem Elbdeich landete der Rettungshubschrauber „Christoph Hansa“ aus Hamburg. Die Feuerwehr beziehungsweise die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus Stade war mit drei Booten im Einsatz. An der Suche nach den Vermissten beteiligten sich außerdem die Besatzung des Einsatzbootes der Feuerwehr Glückstadt sowie die DLRG-Wachmannschaft aus Kollmar. Auch die Taucher-Einsatzgruppe der Itzehoer Feuerwehr traf kurz vor 15 Uhr an der Einsatzstelle ein, kam dort aber wegen einer zu starken Strömung sowie Wind und Wellen nicht zum Einsatz.

Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.
Jürgen Kewitz

Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.

Auf dem Deichverteidigungsweg warteten Kai Schumacher und seine Kameraden von der Feuerwehr Kollmar-Bielenberg auf eine erlösende Nachricht. Doch vergeblich. Vielmehr entdeckten Einsatzkräfte bei Bergung des Kanus zwei Handys und zwei Paar Schuhe in dem Boot.

90 Minuten nach dem ersten Alarm rückten Rettungsdienst und Rettungshubschrauber wieder ab. Wegen der starken Strömung konzentrierte sich die Besatzung eines zwischen Kollmar und Glückstadt kreisenden Hubschraubers auf eine Suche im weiträumigen Nahbereich der Unfallstelle. Landseitig rückte die Technische Einsatzleitung (TEL) des Kreisfeuerwehrverbandes mit ihrem Fahrzeug an und baute vor Ort ihre Kommandozentrale auf. Auch Kreiswehrführer Frank Lobitz informierte sich am Einsatzort. Dort hieß es abwarten. „Wir können im Augenblick nichts mehr tun“, sagte Kai Schumacher.

(mit dpa)

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