Wasserbau : Sperrwerk wird saniert

Bearbeitet den Beton: Miroslaw Brose. Fotos: Reimers
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Bearbeitet den Beton: Miroslaw Brose. Fotos: Reimers

Schwalbennester werden während der Brutzeit verschont / Gesamtkosten bei Baumaßnahme im Glückstädter Hafen: rund 536 000 Euro

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14. Juli 2018, 07:44 Uhr

Miroslaw Brose hat eine Schutzbrille aufgesetzt und sich Stöpsel in die Ohren gesteckt. Als er sein Bohrgerät ansetzt, wird es laut auf dem Sperrwerk am Hafen. Denn er bearbeitet Beton. Mit seinen Kollegen ist er dabei, dass gesamte Sperrwerk instand zu setzten. Eine kostspielige Angelegenheit für das Land, denn die Gesamtkosten betragen rund 536 000 Euro. Auftraggeber ist das Landesamt für Küstenschutz, das für das Sperrwerk zuständig ist.

Diese Baustelle hat eine Besonderheit: Unter der Brüstung des Leitstandes hat sich eine Schwalbenkolonie gebildet. Viele Vögel nisten dort zurzeit. „Allein dort sind 20 Nester“, erklärt Dirk Brandenburg, zuständiger Ingenieur beim LKN, dazu, dass es weitere Nester gibt. Deshalb darf an bestimmten Stellen nur saniert werden, wenn die Vögel ausgebrütet haben. „Und es darf baulich nichts verändert werden“, erklärt der Ingenieur Vorgaben von der Naturschutzbehörde. Denn es handelt sich bei den Schwalben um eine Stammkolonie.

Was die Schwalben aber derzeit aushalten müssen, ist Lärm. Denn auf dem Bauwerk werden schadhafte Stellen im Beton beseitigt. Und die Geräte dazu machen laute Geräusche. „Um den Boden herunterzustemmen ist viel Manpower nötig“, so der Ingenieur. Anders ist es, wenn die alte Spundwand bearbeitet wird. „Die Böschung ist aus den 50er Jahren. Sie ist um 20 Zentimeter abgesackt“, erklärt Dirk Brandenburg. Dadurch wurde wiederum ein Teil der Spundwand frei. Und dieses Stück ist angegriffen. Hinzu kommt: die Farbe ist Krebs erregend. Deshalb wird sie mit einer speziellen Methode entfernt, per Trockeneisstrahlung. „Eine charmante Lösung“, erklärt Brandburg. Denn normales Sandstrahlen wäre zum Beispiel nicht möglich gewesen.

Was in den Wochen unter anderem auch noch gemacht wird: Risse im Bauwerk beseitigen. So auch in den Betonwänden der Sperrwerkstore. „In den Kammern wird die Beschichtung nachgelegt“, erklärt Brandenburg. 2015 wurden diese Kammern zum letzten Mal saniert.

Über Wochen werden Miroslaw Brose und seine Kollegen jetzt auf dem Sperrwerks-Areal arbeiten. Finanziert wird diese Maßnahme aus dem Topf „Impulsmaßnahme Betoninstandsetzung, Holm und andere Bauteile, Glückstädter Sperrwerk“ Die ausführende Firma „BIK Uhr “ aus Harrislee ist Experte, wenn es um Betonerhaltung und Bodenbeschichtung geht.

„Unsere Sperrwerke an der Westküste sind alles Oldtimer“, erklärt Dirk Brandenburg die hohen Kosten, die zurzeit an vielen Stellen anfallen.

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