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Geflügelsaison : Sie sorgen für leckere Gänsebraten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Auf dem Geflügelhof Thormählen in Neuendorf bei Elmshorn herrscht Hochbetrieb. Zum Martinstag warten 200 Gänse auf die Schlachtung. Die Nachfrage von Restaurants wird immer größer.

Heute ist Martinstag. Neben der Tradition des Laternelaufens ist auch die Delikatesse der Martinsgans mit diesem Datum verbunden. Der Hof der Familie Thormählen aus Neuendorf ist einer der Höfe der Region, die Gänse halten. 900 Gänse hält der Familienbetrieb. Denn Gänsebraten wird nicht nur am Martinstag gegessen, sondern auch zu Weihnachten.

„200 von den Gänsen warten seit einigen Tagen im Stall für den Martinstag“, berichtet Magaretha Thormählen, die den Verkauf im Familienbetrieb regelt. Im Stall sollten die Tiere sauber werden und ihr Gefieder trocknen. So werden sie auf das Schlachten vorbereitet.

Die Gänse laufen sonst frei herum, alle drei Wochen wechseln sie die Weide. „Jede Gans hat ungefähr zwei Quadratmeter Platz“, sagt Magaretha Thormählen. Versorgt werden die Gänse mit eigenem Getreide und speziellem Futter. „Dadurch und weil die Gänse so viel laufen, entwickelt sich besonders gutes Muskelfleisch an Brust und Keule ohne unnötiges Fett“, sagt die Verkaufs-Chefin.

Der Hof bekommt die Gänse im Juni als Küken und zieht sie über den Sommer groß. „Dazu braucht man eigentlich nur Platz, Futter und ein Händchen für Tiere“, sagt Magaretha Thormählen. Im Herbst und Winter werden die Gänse geschlachtet. „Dieses Jahr hat uns der Fuchs keine Tiere geklaut“, sagt Mutter Martina Thormählen.

Geschlachtet wird direkt auf dem Hof. Bei der Schlachtung hätten die Tiere keinen Stress. „Die 900 Gänse, die wir haben, leben ein schönes Leben ohne Aufregung und Ängste und das spiegelt sich dann auch in der Qualität wider“, sagt Martina Thormählen.Die Federn und Daunen verwendet die Bettenindustrie weiter.

Rund die Hälfte der Gänse werden an Restaurants verkauft. „Das ist viel mehr als früher“, erzählt Martina Thormählen, deren Eltern mit dem Verkauf von Gänsen begonnen haben. „Den Hof gibt es schon seit dem Jahr 1500“, erzählt sie weiter. „Früher hatten wir größtenteils Hühner, weil viele Leute sich auch ein paar Gänse im Garten gehalten hatten.“ Seitdem das nicht mehr so ist, verkauft der Betrieb immer mehr Gänse. Da sich die Menschen zudem ihr Festmahl seltener zu Hause zubereiteten, würden immer mehr Tiere an Restaurants verkauft. Die übrigen Gänse werden im Hofladen und auf Wochenmärkten an den Kunden gebracht. Bis nach Kiel fährt Magaretha Thormählen. Und der Verkauf läuft gut. „Wer nicht rechtzeitig genug bestellt, bekommt keine Gans mehr.“

Ob sie selber noch Gänse essen mag? „Oh ja, total lecker“, sagt sie. „Ich sage immer, dass die Gänse den ganzen Sommer darauf warten, zu Weihnachten knusprig auf dem Tisch zu stehen.“

Um die Krankheit H5N8, die vor Kurzem in Mecklenburg-Vorpommern ausgebrochene Vogelpest, macht sich der Geflügelhof keine Sorgen. „Das kommt bei Gänsen nicht vor, und außerdem greifen die entsprechenden Gesetze hier in Deutschland sehr schnell“, sagt Martina Thormählen. Vierteljährlich werde geprüft, ob alle Auflagen erfüllt sind. Außerdem müsse der Hof Kot- und Staubproben abgeben, die zum Beispiel auf Krankheitserreger untersucht werden.

Besonderen Wert legten die Kunden auch darauf, dass der Hof ein Familienbetrieb sei, wissen die Besitzer. „Unsere Kunden sind davon überzeugt, dass wir unsere Tiere mit Respekt behandeln“, so Martina Thormählen. „In großen Betrieben werden oft 30 000, 40 000 oder 50 000 Gänse gehalten und die alle haben viel weniger Platz als hier“, sagt ihr Mann, Hans-Peter Saß-Thormählen. „Betriebe wie unserer werden selten.“

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