Tierrechtsorganisation : Peta stellt Anzeige nach Feuer in Borsfleth mit 17 toten Tieren

Mehrere Feuerwehren aus der Umgebung waren im Einsatz, um den Großbrand zu löschen. Sie konnten nicht verhindern, dass die Gebäude nieder brannten.

Mehrere Feuerwehren aus der Umgebung waren im Einsatz, um den Großbrand zu löschen. Sie konnten nicht verhindern, dass die Gebäude nieder brannten.

Der Betreiber des Stalls habe das Risiko möglicherweise billigend in Kauf genommen, meint Peta. Dieser weist die Vorwürfe entschieden zurück.

shz.de von
11. Januar 2016, 12:07 Uhr

Borsfleth/Lübeck | Nach einem Großfeuer am vergangenen Mittwoch in Borsfleth (Kreis Steinburg), bei dem 16 Rinder und zwei Katzen starben, hat die Tierrechtsorganisation Peta nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Lübeck gestellt. Die Tiere konnten nicht rechtzeitig evakuiert werden. Peta wirft dem Betreiber der Stallanlage vor, durch unzureichende Brandschutzmaßnahmen möglicherweise billigend in Kauf genommen zu haben, dass die Rinder „qualvoll im Feuer ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen“.

Bei dem Feuer auf dem Hof in Borsfleth war am vergangenen Mittwoch ein Sachschaden von 500.000 Euro entstanden. Das Feuer hat ein reetgedecktes Wohnhaus und den angrenzenden Stall vernichtet. Die beiden Bewohner blieben unverletzt - sie waren während des Brandes nicht zu Hause. Der Löscheinsatz hatte sich wegen der eisigen Temperaturen als schwierig herausgestellt. So mussten Feuerwehrleute erst das Eis eines nahen Gewässers aufschlagen, um an Löschwasser heranzukommen.

„So gut wie jedes Tier, das bei einem Brand im Stall starb, wurde grob fahrlässig getötet“, meint Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei Peta Deutschland. Der Brandschutz werde bei vielen Tierställen nicht ernst genommen.Bestehende Brandschutzverordnungen habe Peta schon häufig in der Vergangenheit kritisiert, da ein Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt sei. Zudem würden selbst unzureichende Schutzmaßnahmen meist nicht umgesetzt.

Die Vorwürfe von Peta weist der Besitzer des abgebrannten Hofs entschieden zurück. „Keiner würde solch einen Stall versichern, wenn die Brandschutzauflagen nicht erfüllt wären“, sagte der 63-Jährige gegenüber dem sh:z. Er könne belegen, dass alle Elektroanlagen im Stall von Fachleuten gewartet und von Fachbetrieben verlegt worden sind.

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