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Glückstädter Fortuna

23. September 2017 | 20:33 Uhr

NOB-Halte : Minister macht Zusagen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Reinhard Meyer im Gespräch mit den Bahn-Aktivisten. Beteiligte loben sachliche und konstruktive Atmosphäre.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 05:00 Uhr

„Wir haben hart, aber fair diskutiert“, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer gestern nach dem Gespräch im Glückstädter Rathaus. Daran teilgenommen haben Politiker, Bürger und weitere Vertreter des Ministeriums und der Landesverkehrsgesellschaft. „Wir haben sehr um eine gute Lösung gerungen.“ Der Minister betonte, dass die 6000 Unterschriften, die im vergangenen Jahr für den Erhalt der Bahnstopps gesammelt wurden, auch in Kiel wahrgenommen wurden. Er scherzte dann: „Es steigen aber nur 2000 Leute ein und aus.“ Wären es tatsächlich 6000, würde sich die Situation anders darstellen.

Wie berichtet, sollten eigentlich ab Dezember 2014 die Stopps der Nord-Ostsee-Bahn in Glückstadt wegfallen– die NOB fährt auf der Strecke der Marschbahn. Geplant war, dass nur noch die „nordbahn“, die die Deutsche Bahn ersetzen wird, halten sollte. Doch weil künftig mehr Züge von Hamburg nach Kiel und Flensburg fahren sollen, „wird der Korridor auf der Strecke Elmshorn - Hamburg enger“, so der Minister.

Reinhard Meyer zeigte Verständnis für die Lage der Glückstädter Pendler. Deshalb wird es ab Dezember 2014 weiterhin diese Halte der NOB in Glückstadt geben: 15.31 Uhr, 16.31 Uhr für Züge, die aus Altona kommen. Dann noch abends von Hamburg-Hauptbahnhof aus: 21.13 Uhr, 22.13 Uhr und 23.13 Uhr. Diese Halte sollen für zwei Jahre getestet werden. Zusätzlich gibt es für Schichtarbeiter den Stopp am Sonnabend 4.27 Uhr ab Glückstadt in Richtung Altona. Und werktags hält die NOB auch um 17.17 Uhr. Dieser Zug fährt dann zum Hauptbahnhof. Auch diese Züge sind in der Beobachtungsphase von zwei Jahren. „Dann werden wir auswerten, welche Angebote angenommen werden“, erklärte der Minister. Die Kosten für diese Haltestopps bezifferte er mit 900 000 Euro pro Jahr, die das Land bezahlen muss.

Diskutiert wurde gestern auch eine „Lücke“ ab Altona zwischen 17.55 und 20.39 Uhr. Meyer: „Hier werden wir bis Freitag Alternativen prüfen.“ Entweder 18.31 oder 19.31 Uhr ab Altona wären denkbare Züge. „Wir prüfen, ob es gelingt, einen der beiden Züge in Glückstadt halten zu lassen.“

Zudem verkündete er: „Wir werden den optionalen Halt in die Ausschreibung für die Marschbahn mit hineinnehmen.“ Die Ausschreibung erfolge in diesem Jahr für den Start im Dezember 2015. „So viele Halte wie möglich“ könnte es geben, wenn es technisch und wirtschaftlich machbar sei. „Wir wissen aber noch nicht, wie die Ausschreibung laufen wird.“

Bürgermeister Gerhard Blasberg zeigte sich „dankbar für die Nachbesserungen“. Das Problem sei erkannt. Er wertete das Gespräch mit dem Minister als „Partner, der sich bemüht, die Löcher zu füllen. Wir haben eine vernünftige Lösung, die aber nicht perfekt ist.“ Trotzdem habe er das Gefühl, dass er gehört werde. Und so stellte Blasberg heraus: „Die Verbindung zum Hamburger Hauptbahnhof wird deutlich besser. Ein erheblicher Anteil der Bevölkerung ist sehr zufrieden.“

Als Bürger und Initiator der Unterschriftensammlung war Heiko Schlüter dabei. „Wir hatten noch nie so ein gutes Gespräch, wie mit Minister Reinhard Meyer“, sagte der Glückstädter anschließend. Trotzdem schränkte er ein: „Er hat aber nicht alle Wünsche erfüllt.“

Zufrieden war der FDP-Ortsvorsitzende Stefan Goronczy. „Es war gut, dass der Minister auf das Problem der großen Lücke im Fahrplan eingegangen ist.“ Was ihn erschreckte: „Dass es des Ministers bedarf“, damit die Landesverkehrsgesellschaft reagiere. Die Zugverbindung, die der Minister prüfen lassen will, hätte sich Goronczy an diesem Tag gewünscht.

Dr. Siegfried Hansen, Fraktionsvorsitzende der Piraten: „Wir danken Minister Meyer für die Zusage der zwei Jahre und der zusätzlichen Züge, allerdings bleibt immer noch das Problem der Rückfahrlücke aus Hamburg-Altona zwischen 17.55 Uhr und 21.55 Uhr.“ Nur auf beharrliches Nachfragen seinerseits sowie der FDP-Stadtvertreter Stefan Goronczy und Ralf Krüger hätte der Minister Meyer die Problematik erkannt. Hansen freute sich, dass Reinhard Meyer daraufhin die Prüfung zusagte. „Mittelfristig braucht Glückstadt eine verlässliche ganztägige halbstündige Anbindung nach Hamburg, abwechselnd nach Altona und zum Hauptbahnhof. Nur so werden wir den berechtigten Bedürfnissen unserer Bürger gerecht.“

 

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