Wochenmarkt in Glückstadt : Ministapler löst Maxiproblem

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Joachim Klindt erfindet ein besonderes Gerät, damit den Wochenmarkthändlern keine Steine im Weg stehen.

shz.de von
11. August 2018, 05:00 Uhr

Wochenmarkt am Binnenhafen. Die Idee war gut, hatte aber ihre Tücken. Steinblöcke verhinderten einen lückenlosen Aufbau der Stände. Genauer gesagt 206-Kilogramm-Steine. Kein Problem für Wochenmarkt-Veranstalter Martin Schuh. Denn der 46-Jährige hat einen Freund, der Erfinder ist.

Nur 48 Stunden benötigte Joachim Klindt bis er eine Lösung gefunden hatte. Er entwickelte einen Minigabelstapler, mit dem Steine einfach zu heben und zu transportieren sind. „Ich war bei einem Baumaschinenverleih und habe nach einem Gerät gefragt, um die Steine zu heben. So eines gibt es nicht, wurde mir gesagt. Nur ein Kran könne helfen“, berichtet Martin Schuh. „Dann fahre ich zu meinem Kumpel Joachim Klindt, habe ich mir gesagt. “

Beide machten sich sofort auf den Weg zum Hafen und haben die Steine an Ort und Stelle ausgemessen. „40 mal 40 und 43 Zentimeter hoch“, sagt Klindt. „Und dann habe ich schnell mal das spezifische Gewicht von Granit gegoogelt. Daraus ergibt sich, dass ein Stein 206,4 Kilogramm wiegt.“

Der Glückstädter, der von sich sagt: „Ich habe ein fotografisches Gedächtnis“, hat stets nachts „die besten Ideen“. Der Plan war am nächsten Morgen im Kopf. Schuh hat einen weiteren Kumpel, der eine Metallbaufirma hat. In seinem „Schrottcontainer“ durften sich Schuh und Klindt bedienen. „Von einer kaputten Schneefräse haben wir die Reifen genommen.“ Klindt baute das neue Gerät dann schnell zusammen. „Ich konnte schweißen, bevor ich sprechen konnte“, beschreibt der Schiffsingenieur seine Kindheit, die er zu einem Großteil in der Werkstatt zu Hause verbrachte. Die Liebe zur Tüftelarbeit ist geblieben. Mit der Schraubzwinge wird der Stein festgehalten und mit dem Wagenheber hochgehoben. Ein günstiges Modell. Einzig die Metallfarbe kostete 13 Euro.

„Es hat Spaß gemacht. Das schönste war für mich, zu sehen, wie es funktioniert.“ Aus den Anfangsbuchstaben von Joachim und Martin wurde der Stapler schließlich auf den Namen Jomahub getauft. Schuh selbst ist auch ein kleiner Tüftler. Er ist dafür bekannt, dass er in drei Minuten kaputte Reißverschlüsse reparieren kann. Für ihn ist das Gerät eine unglaubliche Erleichterung, wenn er für einen Standbetreiber Steine aus dem Weg räumen muss.


Erster Wochenmarkt am Binnenhafen

Gestern fand der Wochenmarkt das erste Mal am Binnenhafen statt. Einige wenige Händler hatten nicht aufgebaut. Zu stark war offenbar der Regen, außerdem blies dort der Wind recht ordentlich. Reimer Hägermann indes ist jemand, der bei jedem Wetter seine Kartoffeln auf dem Markt anbietet. „Ich glaube, wir werden hier gut angenommen“, sagte er gestern Vormittag. Und auch der Regen war kein Problem. Als ein Schauer kam, gewährte er seinen Kunden Unterschlupf unter seinem Vordach.
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