Glückstadt : Mammutprojekt in den Startlöchern

Die Rhinbrücke ist bereits jetzt nur noch eingeschränkt befahrbar.
Die Rhinbrücke ist bereits jetzt nur noch eingeschränkt befahrbar.

Im März 2019 beginnen die Arbeiten an der Rhinbrücke und der Brücke Schwarzwasser. Im Vorfeld werden zwei Behelfsbrücken installiert.

shz.de von
02. August 2018, 05:00 Uhr

Los gehen soll es mit dem Mammutbauwerk in der Stadtstraße im kommenden Jahr. Ab März werden in den folgenden sechs Monaten zunächst zwei Behelfsbrücken installiert, bevor der Bau zweier neuer Brücken über die Flüsse Rhin und Schwarzwasser beginnen kann.

Die geschätzten Kosten betragen bei 5,4 Millionen Euro für die Rhinbrücke und 3,5 Millionen Euro für das Schwarzwasser. „Die Summe von 8,9 Millionen Euro ist jeweils inklusive der Behelfsumfahrung“, erklärt Iris Dautwitz, stellvertretende Chefin beim zuständigen Landesbetrieb Straßenbau. Grund für den Neubau: Die beiden heutigen Brücken halten der Verkehrsbelastung auf Dauer nicht Stand. Der Bau der Behelfsbrücken ist kein einfacher. Sie werden statisch so gebaut wie neue und dafür müssen sie extra gerammt werden. Deshalb entstehen so hohe Kosten. Die Gewerke werden jetzt ausgeschrieben. Die Zeit für den Abbruch der alten Brücken und den Bau der neuen wird mit eineinhalb Jahren veranschlagt. Ist alles fertig, ist ein weiteres halbes Jahr für den Rückbau der Behelfsbrücken veranschlagt.

2016 wurde von Fachleuten festgestellt, dass nicht nur die Rhinbrücke, sondern auch die Brücke Schwarzwasser neu gebaut werden muss. „Die B 431 erhält durch den Bau der A 20 eine Nutzungsänderung als Zubringerstraße“, erklärt Iris Dautwitz. Und das Bundesministerium für Verkehr fordert seit 2016: Brücken von Straßen, deren Nutzung sich ändern wird, müssen nachgerechnet werden. „Dabei gelten Bauwerke, die lediglich mit Brückenklasse BK 45 bemessen wurden, von vornherein als nicht zukunftsfähig und sind zu ertüchtigen oder zu erneuern“, erklärt die Verkehrs-Expertin. Auf die beiden Brücken in der Stadtstraße trifft das zu:

Die Rhinbrücke wurde 1956 gebaut und auf so genannte Querträger-Stöße geschweißt. Für die Gründung der Flusspfeiler wurden damals die Holzpfahlgründungen der ursprünglichen Brücke aus dem Jahr 1868 verwendet. Auf diesem Holz kann nicht mehr gebaut werden. Zur Brücke Schwarzwasser sagt die Fachfrau: „Aufgrund des Alters der Brücke –Baujahr 1957 – und einer theoretischen Restnutzungsdauer von 20 Jahren wird eine Ertüchtigung nicht in Erwägung gezogen.“

Wenn im März mit dem Bau der Behelfsbrücken begonnen wird, gibt es eine Schwierigkeit: Versorgungsleitungen müssen mit verlegt werden. „Eine genaue zeitliche Abgrenzung ist wegen der Vielzahl der Versorgungsleitungen nicht möglich.“ Die Leitungen werden für die Dauer der Bauzeit in die Behelfsumfahrung verlegt. „Eine Aufrechterhaltung der Versorgung ist auch während der Bauzeit gewährleistet“, sagt Iris Dautwitz.

Außer den Stadtwerken sind folgende Versorger beteiligt: Abwasserzweckverband Südholstein/Stadtentwässerung Glückstadt, SH-Netz AG, Telekom, Wasser- und Schifffahrtsamt, Vodafone/Kabel Deutschland und private Leitungen.

Die Stadtwerke Glückstadt, so teilt Dominique Lingos mit, werden im Bereich der Rhinbrücke eine Gas-Niederdruck-, eine Gas-Hochdruck-, eine Trinkwasserleitung und insgesamt elf Kabel, beziehungsweise Kabelpakete, im Bereich der Schwarzwasserbrücke eine Gas-Niederdruck-, eine Gas-Hochdruck-, eine Trinkwasserleitung und insgesamt sechs Kabel verlegen. Die Kabelpakete werden zweimal verlegt.

Damit es bei den Baumaßnahmen einfacher wird, werden bereits im Zuge der Baumaßnahme Nordmarksiedlung Leitungen schon im Vorfelde umgelegt.

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